Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken steigt ab dem 50. Lebensjahr rapide an. Deshalb wird empfohlen, regelmäßig an einer Darmkrebsvorsorge teilzunehmen. Leider wird dies noch von einem viel zu geringen Teil der Bevölkerung in Anspruch genommen. Ein Grund hierfür sind sicherlich auch Vorbehalte gegen die bisherigen Testmethoden.

Das sind vor allem die Tests auf unsichtbares Blut im Stuhl und die Darmspiegelung. Nun wurde die Auswahl an Früherkennungsmethoden um eine praktikable Alternative erweitert, den Septin9-Bluttest. Dr. Christoph Noppen, Leiter der Genetik / Molekularbiologie bei der Viollier AG in Basel, erklärt: «Darmkrebs setzt bereits im frühen Stadium genetisches Material ins Blut frei.

Der Septin9-Test weist eine bestimmte DNA (mSEPT9), die mit dem Vorkommen von Darmkrebs assoziiert ist, in einer Blutprobe nach.» Der Test ist sowohl für den Patienten als auch für den Arzt sehr komfortabel. Die Blutprobe kann im Rahmen einer Routineuntersuchung von dem Arzt abgenommen werden. Der eigentliche Test findet in einem Molekular-Diagnostiklabor statt. Nur wenige Tage nach der Blutabnahme ist das Ergebnis bekannt und der Arzt kann mit dem Patienten das weitere Vorgehen absprechen.

Wenn das Resultat negativ ist, sollte der Test alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden. Bei einem positiven Testergebnis ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Darmkrebs erhöht. Dem Patienten wird dann eine Darmspiegelung empfohlen. Nur so kann der Arzt die endgültige Diagnose stellen oder vorläufig Entwarnung geben.

Der Septin9-Test ist somit eine hochwertige Alternative zu den gängigen nicht-invasiven Testverfahren und wird bereits erfolgreich angewendet. Dr. Oswald Schwager aus Hofstetten im Kanton Solothurn ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat bereits gute Erfahrungen mit dem Test gemacht. «Wenn eine Darmspiegelung für den Patienten eine zu große Belastung darstellt oder aus medizinischen Gründen schwierig ist, kann ihm der Septin9-Test unter Umständen die Darmspiegelung ersparen.»

Der neue Bluttest ist für alle Personen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko geeignet. Er kann die Darmspiegelung, speziell in Situationen, wo erste Symptome aufgetreten sind, nicht ersetzen. Der Test ist eine unkomplizierte Alternative, wenn die Stuhltests für den Patienten nicht in Frage kommen. Wichtiger als die Wahl eines bestimmten Verfahrens ist jedoch die Entscheidung, überhaupt an einer Vorsorge teilzunehmen, denn der beste Test ist derjenige, der auch gemacht wird.