Um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, raten Ärzte Frauen dazu, ihre Brust regelmässig selbst auf Veränderungen abzutasten.
 

«Tatsächlich entdeckt die Mehrheit der Frauen selbst den Knoten in der Brust und lässt sich daraufhin untersuchen.


Wobei hier klar gesagt werden muss, dass die meisten knotigen Veränderungen in der Brust gutartig sind», betont Prof. Dr. Beat Thürlimann, Leiter des Brustzentrums am Kantonsspital St. Gallen. Das weitere diagnostische Vorgehen enthält eine Ultraschalluntersuchung und eine Mammografie.

Besteht der konkrete Verdacht auf eine bösartige Veränderung, wird eine Gewebeprobe entnommen. «Erst wenn wir das positive Resultat der Biopsie haben, dient uns das als Beweis für einen Brustkrebs. Gleichzeitig kann uns das Resultat der Biopsie aufzeigen, um welche Art von Brustkrebs es sich handelt», so Prof. Thürlimann.

Die Prognosen hängen denn massgeblich davon ab, wie weit sich der Tumor schon ausgebreitet hat, ob er ein aggressives, schnelles Wachstum aufweist und ob er von bestimmten Hormonen abhängig ist.

«Anhand dieser Faktoren können wir etwa das Risiko für einen Rückfall einschätzen oder beurteilen, ob es zusätzlich zur Operation weitere Therapien benötigt und von welchen Therapien die Patientin am meisten profitieren kann», so der Brustkrebsexperte. Grundsätzlich sind die Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs sehr gut. «Die Brustkrebsforschung ist international seit über 40 Jahren sehr stark vernetzt. Dadurch haben wir ein grosses Wissen über diese Krebsart.»

«Wilde Screenings bergen eine grössere Gefahr der Fehldiagnosen»

Am zweithäufigsten wird Brustkrebs im Rahmen einer Mammografie entdeckt. Diese erkennt über 92 Prozent aller Tumoren. Auch ein Ultraschallscreening kann über 90 Prozent der Tumoren entdecken. «Hier liegt die Betonung allerdings auf kann. Eine Ultraschalluntersuchung hängt sehr stark von der Erfahrung des Arztes ab.

Ein wenig geübter Untersucher kann Auffälligkeiten leicht übersehen», betont Prof. Thürlimann. Anders bei der Mammografie, besonders wenn diese in  qualitätskontrollierten Screening-Programmen durchgeführt wird.

Hier beurteilen mehrere Fachärzte die Aufnahmen. Trotzdem kommt es auch hier immer wieder zu abklärungsbedürftigen Befunden, welche sich dann als gutartig herausstellen (falschpositive Resultate). Solche falschen Alarme kommen bei etwa zehn Prozent der untersuchten Frauen vor.

«Wird die Mammografie im Rahmen eines qualitätsgesicherten Screening-Programmes durchgeführt, kann die Zahl der sich im Nachhinein als gutartig herausstellenden Untersuchungsresultate deutlich reduziert werden», so Prof. Thürlimann.

Aktuell gibt es Screening-Programme in zwölf Schweizer Kantonen. «Das systematische Screening ist wirksam und gesundheitspolitisch kostengünstig, weil es anhand der systematischen Datenerhebung gesteuert werden kann», sagt Thürlimann abschliessend.