Candy Heberlein, Präsidentin und 1994 Gründerin der Stiftung zur Förderung der Knochenmarktransplantation.

Frau Heberlein, Sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Myelom-Patienten. Was ist Ihre Motivation?

Wir engagieren uns nicht nur für Myelom-Patienten, sondern generell für Patienten, die an Krebs im Knochenmark erkrankt sind. Dazu gehören auch Leukämien, MDS und Lymphom-Erkrankungen.

Für den Patienten ist eine solche Situation eine Katastrophe!

Ich habe selbst drei junge Verwandte an Krebs im Knochenmark verloren und miterlebt, wie schwierig es ist, hilflos zuzusehen und einen passenden Spender zu finden.

Als Samariterlehrerin hatte ich 1993 einen Hilferuf von einem jungen Vater, der dringend eine Knochenmarkspende für seinen kleinen Sohn benötigte.

Ich half bei der Suche nach einem Spender und erhielt aber, zu meiner Überraschung, von weiteren Betroffenen ähnliche Hilferufe.

Da wurde mir bewusst, dass es hier eine grosse Lücke gab, und entschloss mich, aktiv zu werden und die Stiftung zu gründen.

Welche Dienstleistungen können Ihre Mitglieder in Anspruch nehmen?

Das Ziel unserer Stiftung: Spender für Knochenmark/Blutstammzellen zu gewinnen sowie Patienten und deren Angehörige zu beraten. 

Wichtig ist uns, dass wir gut informierte, überzeugte Spender rekrutieren, die auch nach Jahren zur Spende bereit sind.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Betroffenen und Ihre Angehörigen?

Für beide Seiten ist eine Krebserkrankung eine schwerwiegende Herausforderung. Die Betroffenen und ihre Angehörigen fühlen sich nach der Diagnose meist völlig hilflos. Um besser mit der Erkrankung umgehen zu können, sind Beistand und patientenverständliche Information zentral. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen ist hilfreich. 

Sie haben eben erwähnt, dass ein gut informierter Patient besser mit der Erkrankung umgehen kann. Welchen Beitrag leistet hier die SFK?

Eines unserer wesentlichen Ziele ist es, die Rechte der Patienten zu vertreten, sie eingehend zu beraten und zu informieren. Dazu arbeiten wir eng mit Hämatologen und Onkologen zusammen. Meine Stiftung unterstützt nach Kräften und Möglichkeiten die Forschung.