Geheilt ist nicht immer gesund

Acht von zehn krebsbetroffenen Kindern und Jugendlichen überleben heute ihre Erkrankung (Fünf-Jahres-Überleben).

Kinder, die an Krebs erkranken, haben aber ein Risiko, im Erwachsenenalter an Spätfolgen der Krankheit und der Therapien zu erkranken.

Zwei Drittel leiden unter mittleren bis schweren zum Teil lebensbedrohlichen Spätfolgen.

Diese treten oft erst viele Jahre nach der Behandlung auf.

Denn die Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen zerstören nicht nur die bösartigen Krebszellen.

Sie schädigen auch gesunde Organe. Je nach Art der Krebserkrankung und -behandlung sowie abhängig von Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung des Patienten können beispielsweise Herzprobleme, eine neue Krebserkrankung, Unfruchtbarkeit, grauer Star oder auch psychische Probleme die Folge sein.

Oft wissen die Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter – sogenannte Childhood Cancer Survivors – selbst jedoch wenig über die Risiken, die zum Teil erst Jahrzehnte nach der Krebserkrankung auftreten.

Manche möchten ihre Krankengeschichte einfach gerne hinter sich lassen oder der Informationsaustausch ist beim Übertritt von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin häufig nicht optimal.

Die Folgen sind Unsicherheit der Betroffenen, fehlende oder unnötige Untersuchungen und das Risiko, nochmals schwer oder sogar lebensbedrohlich zu erkranken.

Nachsorge für Survivors

Damit zukünftig alle Informationen für die ehemaligen Patienten und die behandelnden Ärzte zugänglich werden und somit die Nachsorge verbessert wird, führt Kinderkrebs Schweiz den Survivorship Passport in der Schweiz ein.

Dieser Pass fasst alle Daten zur Diagnose und Behandlung in einem standardisierten Dokument zusammen und kann jederzeit vom Patienten oder von einem Arzt abgerufen werden.

Zudem gibt das Dokument aufgrund des individuellen Risikos auch eine Empfehlung für Patient und Ärzte, welche Untersuchungen in welchen zeitlichen Abständen durchgeführt werden sollten.

So haben Childhood Cancer Survivors bessere Chancen, auch langfristig ein Leben bei möglichst guter körperlicher und psychischer Gesundheit zu führen, denn dank regelmässigen Nachsorgeuntersuchungen lassen sich Spätfolgen frühzeitig erkennen und behandeln.