Immuntherapie

Bei der Immuntherapie versucht man mit speziellen Medikamenten Tumorzellen direkt zu attackieren und das körpereigene Immunsystem gegen Krebszellen einzusetzen. Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle dabei, dass die Tumorzellen eliminiert werden können. Die neuen Substanzen aktivieren Immunzellen, die in der Lage sind, Tumorzellen zu erkennen und abzutöten.

Hoffnung Immuntherapie. Ist diese berechtigt?

Die Hoffnung ist absolut berechtigt! Die Immuntherapie gilt als die vielversprechendste neue Waffe gegen Krebs. Dabei zeigen sich grosse Erfolge bei gewissen Krebsarten wie beim Melanom oder bei Lungenkrebs.

Derweil die Immuntherapie beim metastasierten Melanom bereits in der Erstlinienbehandlung funktioniert, scheint dieselbe Behandlung beim Lungenkrebs erst in zweiter Linie wirksam zu sein.

Zudem funktioniert möglicherweise die Immuntherapie nicht bei allen Krebsarten und nicht in allen Stadien gleich gut. Was wir wissen ist, dass die Therapie besonders bei Krebsarten, die eine hohe Mutationsrate haben, anschlägt.

Dazu gehören einerseits Lungenkrebs bei Rauchern und andererseits Tumore, die per se mehr Mutationen haben wie Blasen-, Lungen- und Magenkrebs sowie beim Melanom.

Wie hat sich die Krebsforschung in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Die Krebstherapie wird immer zielgerichteter. Mit Hilfe der heutigen Diagnostik können Tumore präziser eingeteilt werden und Krebstherapien immer besser auf einzelne Patienten abgestimmt werden. Dies führt zu immer kleiner werdenden Gruppen von Menschen die in einer Studie untersucht werden können.

Um dem Rechnung zu tragen braucht es Organisationen wie die Schweizerische Arbeitsgruppe für klinische Krebsforschung (SAKK), welche es ermöglicht in den 20 wichtigsten Krebszentren der Schweiz solche Studien durchzuführen. Nur mit solchen Organisationen werden wir auch in Zukunft Innovationen frühzeitig unseren Patienten anbieten können. Personalisierte Behandlungen statt Breitband-Therapien stehen damit heute im Fokus der klinischen Krebsforschung.

Im Bereich der Immuntherapie wurde viel geforscht und weiterentwickelt. Mit den sogenannten PD1-Hemmern steht eine ganz neue Wirkstoffklasse in den Startlöchern. Diese Substanzen sind deutlich wirksamer als die Erstgeneration und haben weniger Nebenwirkungen.

Insbesondere beim Melanom sind inzwischen Zweitgenerationen der Immuntherapie im Einsatz, die deutlich weniger Nebenwirkungen und mehr Wirksamkeit haben.

Ist das Ziel der Immuntherapie die Heilung?

Von Heilung zu sprechen, ist heikel. Wir haben zwar Patienten, die früher innerhalb eines Jahres gestorben sind und heute über mehrere Jahre rückfallsfrei leben.

Dennoch wissen wir noch zu wenig über die Langzeitwirkung. Unser Ziel ist es, Rückfälle zu reduzieren und die Krankheit in einen chronischen Verlauf, ähnlich wie bei HIV, zu bringen, solange eine Heilung noch nicht realistisch ist.

Wie sieht die Zukunft auf dem Gebiet der Immunforschung aus?

Auf dem Gebiet der Immuntherapien werden in nächster Zeit noch sehr viele Fortschritte erzielt und neue Medikamente auf den Markt kommen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, herauszufinden, wer den grössten Nutzen einer Immuntherapie hat.