• Immuntherapie
  • Homöopathie
  • Chemotherapie
  • Operationen
  • Strahlentherapie
  • Antihormontherapie
Prof. Dr. med. Alfred Zippelius
Stellvertretender Chefarzt Onkologie, Universitätsspital Basel, und Leiter des an die Klinik angeschlossenen Labors für Tumorimmunologie

Immuntherapie

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

Bei der Behandlung mittels Immuntherapie werden körpereigene Abwehrkräfte gegen die Tumore aktiviert. Dank zahlreicher Experimente konnte man nachweisen, dass das Immunsystem eine protektive Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt. Das heisst, dass die Krebszellen aktiv abgewehrt werden. Die Studien haben auch gezeigt, dass bestimmte Elemente des Immunsystems das Tumorwachstum fördern, indem sie die Immunabwehr unterdrücken. Unterdessen hat man dies erkannt und Medikamente entwickelt, die bei dieser Komponente ansetzen.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Gegenwärtig werden die neueren Immuntherapien bei verschiedenen Tumoren geprüft, die ersten Medikamente sind allerdings erst beim Melanom zugelassen. Die Forschung fokussiert sich darauf, Patientengruppen bestimmen zu können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Therapie ansprechen. Sicherlich sollten bei den Betroffenen keine chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen vorliegen. Studien zeigen, dass Immuntherapien einen Überlebensvorteil bringen. Zudem liessen die Krankheitssymptome bei einem Teil der Patienten dauerhaft nach.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Wir gehen heute davon aus, dass die bestehende Abwehr durch die Therapie reaktiviert wird. Neue Studien zeigen in diesem Zusammenhang, dass die Patienten, die auf die Immuntherapie ansprechen, den Tumor dauerhaft, oft über viele Jahre hinweg, zurückdrängen. So wird die Krebserkrankung zu einer «chronischen» Krankheit. Die betroffenen Patientinnen und Patienten profitieren zudem während der Therapie davon, dass gerade die neueren Immuntherapien oft sehr wenige Nebenwirkungen haben und dementsprechend gut verträglich sind.

Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?

Es können unter anderem Entzündungen an Organen wie der Haut, der Leber oder dem Darm auftreten. Da die Immuntherapie körpereigene Abwehrzellen zur Tumorbekämpfung aktiviert, kann es auch vorkommen, dass unbeabsichtigt Abwehrzellen angeregt werden, die dann körpereigene gesunde Organe bekämpfen. Solche Vorgänge kennt man von vielen Autoimmunerkrankungen. In der Regel können wir diese Nebenwirkungen aber – gerade wenn sie frühzeitig angegangen werden – sehr gut behandeln. Davon profitieren die betroffenen Patienten während der Therapie.
Dr. med Jens Wurster
Arzt in der Clinica santa Croce in Orselina

Homöopathie

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

In der Homöopathie wurden mit vielen Substanzen Arzneimittelprüfungen durchgeführt und die auftretenden Symptome wurden genau notiert. Wenn wir jetzt bei Patienten eine Symptomkonstellation vorfinden, welche schon einmal in einem Arzneimittelprüfungsversuch beschrieben wurde, dann wird dieses Mittel homöopathisch potenziert gegeben, um einen Heilungsimpuls an das Immunsystem zu vermitteln. Der Organismus bekommt sozusagen die Information durch das homöopathische Mittel, dass etwas nicht stimmt, und es wird eine Heilreaktion angeregt.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Im Prinzip sind alle Arten von Tumoren behandelbar, wenn man sich vor Augen führt, dass wir nicht eine spezifische Tumorart bekämpfen, sondern das gestörte Immunsystem eines Patienten wiederherstellen wollen. Unsere häufigste Patientengruppe sind Frauen mit Brustkrebs, die sich nach konventioneller Behandlung mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung mit einem Rezidivtumor oder Metastasen bei uns melden. Da ist dann für viele der Zeitpunkt gekommen, neue Wege zu gehen, um die Regulationsmechanismen des Immunsystems wieder anzuregen.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Wir können zum einen die Nebenwirkungen der Chemotherapie und Bestrahlungen mit Hilfe der Homöopathie behandeln und zum anderen gleichzeitig das Immunsystem so stärken, dass es von sich aus den Tumor bekämpfen kann. Die Zukunft der Krebsmedizin werden Therapien sein, die das Immunsystem in die Lage versetzen, den Tumor direkt anzugreifen, und dazu gehört die Homöopathie. Neueste Untersuchungen zeigen ein deutliches Ansprechen der homöopathischen Medikamente, ohne dass es zu Nebenwirkungen oder zur Unterdrückung des Immunsystems kommt.

Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?

Jeder Krebspatient hat seine eigene Geschichte und die Ursachen der Krebsentstehung sind sehr vielschichtig. Deswegen benötigt die ganze Therapie einen hohen ärztlichen Zeitaufwand, da man sich intensiv mit den Beschwerden des Patienten und seinen Symptomen befassen muss, um ein passendes homöopathisches Mittel zu finden. Gerade bei Krebs muss das Mittel immer wieder neu angepasst werden. Langzeiterfolge zeigen, dass sich der intensive Aufwand lohnt und zudem eine hohe Kostenersparnis im Gesundheitswesen erzielt werden kann.
Dr. med. Adrian Dubs
Leitender Arzt Onkologie Spital Männedorf

Chemotherapie

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

Die Chemotherapie gehört heute zu den Standardbehandlungen. Darunter versteht man die Behandlung einer Krebserkrankung mit Medikamenten. Klassische Zytostatika stoppen dabei die Zellteilung durch eine Schädigung an der Erbsubstanz der Tumorzellen, oder sie verhindern die Zellteilung bei der Trennung der Zellen. Weisen die Tumorzellen gewisse Oberflächenmerkmale oder Mutationen auf, so kommen Antikörper und zielgerichtete Medikamente zum Einsatz. Diese Therapien unterbinden dann direkt das Wachstumssignal in den Tumorzellen.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Werden während des Therapieverlaufs Antikörper und zielgerichtet wirkende Medikamente eingesetzt, so wirken diese vorwiegend an den Tumorzellen. Normale Körperzellen werden damit weniger durch die Medikamente geschädigt und Nebenwirkungen fallen so deutlich geringer aus als bei klassischen Chemotherapien. Da solche gezielt wirksame Substanzen direkt die Wachstumssignale in den Tumorzellen beeinflussen, werden damit oft ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten während der Therapie.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Werden während des Therapieverlaufs Antikörper und zielgerichtet wirkende Medikamente eingesetzt, so wirken diese vorwiegend an den Tumorzellen. Normale Körperzellen werden damit weniger durch die Medikamente geschädigt und Nebenwirkungen fallen so deutlich geringer aus als bei klassischen Chemotherapien. Da solche gezielt wirksame Substanzen direkt die Wachstumssignale in den Tumorzellen beeinflussen, werden damit oft ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten während der Therapie.

Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?

Die Linderung von Nebenwirkungen stellt nach wie vor eine grosse Herausforderung dar. Wichtig ist die Erfahrung des Behandlungsteams, das sich aus Onkologinnen und Onkologen, aber auch aus speziell ausgebildeten Pflegefachpersonen und Psychoonkologen zusammensetzt. Zudem bieten wir zusammen mit Fachpersonen den in Schweden entstandenen Kurs «Lernen mit Krebs zu leben» an, der den Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen das notwendige Wissen im Umgang mit der Behandlung vermittelt und Bewältigungsstrategien aufzeigt.
Prof. Dr. med. Martin Schilling
Facharzt für Chirurgie, Spezialisierung Viszeralchirurgie

Operationen

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

Durch Operationen können die vom Krebs befallenen Organe oder Gewebe im Idealfall komplett entfernt werden. Dadurch kann mit einer einmaligen Behandlung dauerhaft eine Heilung erzielt werden. Für den Heilungserfolg ist die exakte chirurgische Präparation entlang der anatomischen Schichten der entscheidende Faktor. Dabei muss der Chirurg bei der Operationsplanung einen Mittelweg zwischen Radikalität und Erhalt der Organfunktion wählen und das Vorgehen mit dem Patienten besprechen. Ziel ist stets die vollständige Entfernung des Tumors.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Insbesondere die Tumoren des Verdauungstraktes, namentlich der Speiseröhre, des Magens, der Leber und Bauchspeicheldrüse sowie des Darmes. Aber auch die Tumoren der Atemwege, der Weichgewebe wie Skelettmuskel, Knochen und des Gehirns können operativ behandelt werden. In den meisten Fällen entscheidet ein ausgewiesenes Team von Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten gemeinsam über die am besten geeignete Behandlung – immer basierend auf der Krankengeschichte und einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Für die meisten Krebsarten gilt, dass eine komplette Resektion, ohne dass Tumorreste zurückbleiben, der wichtigste Faktor für das Langzeitüberleben ist. Weiter kann nur durch eine Operation und anschliessende feingewebliche Untersuchung durch die Pathologie das genaue Tumorstadium bestimmt werden. Dieses ist wichtig für die Festlegung der weiteren Therapie sowie für die Prognose. Durch die chirurgische Entfernung von Tumorgewebe kann der Tumor molekular-genetisch charakterisiert und so gezielt eine weitere Behandlung angeboten werden.
Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?

Operative Behandlungen können genauso wie medikamentöse Behandlungen Nebenwirkungen und Komplikationen nach sich ziehen. In erfahrenen Händen liegt die lebensbedrohliche Komplikationsrate aber im niedrig einstelligen Prozentbereich. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Erfahrung des Chirurgen sowie die chirurgische Präzision bei der Entfernung des vom Tumor befallenen Organabschnittes sowie die kontinuierliche Betreuung nach der Operation durch den Operateur, um eventuell auftretende Komplikationen rechtzeitig erkennen zu können.
Dr. med. Urs R. Meier
Direktor und Chefarzt der Klinik für Radioonkologie am Kantonsspital Winterthur

Strahlentherapie

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

Die Strahlen haben die Eigenschaft, dass sie den genetischen Code von Zellen, die in Teilung begriffen sind, verändern. Dadurch sterben die Zellen ab. Gesunde Zellen sind selten in Teilung und erleiden daher keinen oder nur einen geringen Schaden, der repariert wird. Aufgrund von Computertomographien wird die zu bestrahlende Region durch den Radioonkologen festgelegt, und im nächsten Schritt berechnen dann Physiker den Einsatz der Strahlen. Um das gesunde Gewebe zu schonen, wird die Dosis auf mehrere Tage aufgeteilt.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Für eine Radiotherapie eignen sich besonders lokal begrenzte Tumore. Wir unterscheiden einerseits die hochdosierte alleinige Bestrahlung oder in Begleitung mit einer strahlensensibilisierenden Chemotherapie. Andererseits wird die Methode eingesetzt, um vor Operationen Tumoren zu verkleinern oder nach einer Operation allfällige kleine Tumorreste zu beseitigen. Besteht keine Aussicht auf Heilung, kann die Bestrahlung bei Metastasen, die Schmerzen verursachen, bluten oder auf wichtige Strukturen drücken, oft grosse Wirkung zeigen.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Die Bestrahlung ist in der Lage, selektiv Tumorzellen abzutöten und dies inmitten von gesundem Gewebe. So bleibt etwa beim Kehlkopfkrebs bei der Bestrahlung die Stimme erhalten, während diese bei einer Operation eingeschränkt oder allenfalls verloren gehen würde. Zudem kann die Behandlung meist ambulant durchgeführt werden. Die Nebenwirkungen lokal um den Tumor sind begrenzt. Ein weiterer Vorteil ist die Kombinationsmöglichkeit mit Chirurgie und medikamentöser Behandlung und dass diese auch von betagten Patienten gut toleriert wird.

Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?

Es sind die hohen Gerätekosten und die Komplexität der Therapie, was dazu führt, dass nur spezialisierte Zentren Radioonkologie anbieten können und dies möglicherweise in einer gewissen Distanz zum Wohnort. Ein Nachteil ist gelegentlich auch, dass viele einzelne Sitzungen nötig sind, um das gesunde Gewebe zu schonen und sich der Therapieerfolg allenfalls erst nach Wochen zeigt. Zudem kann bei den Patienten der Beginn der Therapie mit Unsicherheiten verbunden sein. Deshalb ist es wichtig, dass sie den technischen Ablauf kennen.
Dr. med. Dimitri Sarlos
Chefarzt Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Leiter Brustzentrum Mittelland Kantonsspitäler Aarau/Olten

Antihormontherapie

Wie kann Krebs mittels dieser Therapieform behandelt werden?

Die Antihormontherapie ist neben der Operation, der Chemotherapie und der Bestrahlung eine der wichtigsten Behandlungsoptionen, insbesondere bei Brustkrebs – der häufigsten Krebserkrankung der Frau. Sie zielt in erster Linie darauf ab, die Bildung oder Wirkung vor allem von Östrogenen zu blockieren. So soll das Wachstum hormonempfindlicher Tumorzellen gestoppt werden. Ein Rückfall oder ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung kann damit oft verhindert werden. Der Hormonentzug wird auch als endokrine Therapie bezeichnet.

Welche Arten von Krebs sind mit dieser Therapie behandelbar?

Bei Frauen mit einem auf die Brust begrenzten Tumor kann die Antihormontherapie nach der Operation das Risiko für einen Rückfall verringern. Sie ist Teil der sogenannten adjuvanten Brustkrebstherapie. Dazu gehören alle Massnahmen, die nach der operativen Entfernung eines Tumors auf möglicherweise noch verbliebene Tumorzellen zielen. Behandelt werden ausschliesslich hormonempfindliche Tumoren. In gewissen Fällen kann eine Antihormontherapie auch vor einer geplanten Operation oder bei bereits vorhandenen Metastasen durchgeführt werden.

Welche Vorteile bietet diese Therapie?

Auch in fortgeschrittenem Stadium kann Brustkrebs heute mit einer Antihormontherapie adäquat behandelt werden. Voraussetzung ist aber auch hier, dass der Tumor oder allfällige Metastasen bei einer betroffenen Frau hormonabhängig wachsen. Dies sollte, wenn immer möglich, vor einer antihormonellen Therapie durch eine Untersuchung des Tumorgewebes sichergestellt werden. Die Nebenwirkungen der Antihormontherapie sind im Vergleich zur Chemotherapie häufig als gering einzuschätzen. Davon profitieren die Patientinnen während der Behandlung.

Welche Nachteile sind allenfalls damit verbunden?
Die Antihormontherapie hat wie bereits erwähnt zwar weniger belastende Nebenwirkungen als die Chemotherapie, sie muss jedoch in den meisten Fällen über mehrere Jahre hinweg konsequent durchgeführt werden. Deshalb können die Nebenwirkungen der verschiedenen antihormonellen Medikamente für betroffene Frauen von Bedeutung sein und Probleme verursachen. Sollten Nebenwirkungen während einer antihormonellen Therapie auftreten, so können diese in Absprache mit dem behandelnden Arzt in der Regel recht gut behandelt werden.