Das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Jeder 10. Mann erkrankt in seinem Leben an Prostatakrebs, jeder 30. Mann stirbt daran. Die Ursachen beim Prostatakrebs sind bis heute nicht bekannt.

Als wichtigste Risikofaktoren für diese Krebserkrankung gelten aber das Alter sowie eine familiäre Vorbelastung. «Das Fatale am Prostatakarzinom ist, dass im Frühstadium keine speziellen Symptome oder Beschwerden auftreten. Je früher deshalb ein Prostatakrebs entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen», betont der Fachspezialist Richard Cathomas.

Vorsorgeuntersuchung zwischen 45 und 75 Jahren sinnvoll

Das beste Verfahren, einen Prostatakrebs im Frühstadium zu entdecken, ist die Kombination der PSA-Messung im Blut (prostataspezifisches Antigen) und des Abtastens der Prostata über den Enddarm. Diese Vorsorgeuntersuchung sollte idealerweise im Alter von 45 bis 50 Jahren erstmals vorgenommen werden. Aufgrund der Resultate kann dann festgelegt werden, wie oft weitere Kontrollen notwendig sind.

Je früher deshalb ein Prostatakrebs entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen

In den meisten Fällen müssen die Kontrollen nur alle 5 bis 10 Jahre erfolgen. Ist der rektale Tastbefund der Prostata normal und der PSA-Wert nicht erhöht, ist ein Prostatakrebs eher unwahrscheinlich. «Ein erhöhter PSA-Wert ist aber nicht der definitive Beweis für einen Prostatakrebs», betont Cathomas. Der PSA-Wert kann auch aufgrund anderer Ursachen wie etwa bei einer Entzündung der Prostata erhöht sein. «Den endgültigen Nachweis für das Vorliegen von Prostatakrebs kann nur eine Gewebeprobe aus der Prostata, eine Biopsie, liefern», erläutert Cathomas.

Hat die Gewebeprobe das Vorliegen von Krebszellen in der Prostata bestätigt, werden diese Zellen charakterisiert und es werden weitere bildgebende Untersuchungen wie Magnetresonanztomografie, Computertomografie und Knochenszintigrafie angewendet, um festzustellen, ob der Krebs bereits Ableger in anderen Organen gebildet hat. Solche Ableger findet man vor allem in Lymphknoten und Knochen.

Wahl der Behandlung

«Zentral für die Wahl der Behandlung des Prostatakarzinoms ist die Unterscheidung, ob der Tumor auf die Prostata beschränkt ist oder bereits über die Prostata hinausgewachsen ist und Ableger gebildet hat», betont Cathomas. Bei einem nur auf die Prostata beschränkten Tumor ist oft eine Heilung möglich. Infrage kommen Behandlungsoptionen wie eine Operation, mit dem Ziel, die mit Krebszellen befallene Prostata vollständig zu entfernen. Eine weitere Möglichkeit bildet die Strahlentherapie.

Als bedeutsamste Nebenwirkungen von Operation und Strahlentherapie können Inkontinenzprobleme und Erektionsstörungen auftreten. Hat der Krebs bereits die Organgrenze überschritten oder Ableger gebildet, ist meist keine vollständige Heilung möglich. Dann kann eine palliative Behandlung in die Wege geleitet werden, mit dem Ziel, Massnahmen einzuleiten, welche zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen.

Für das optimale Management des Prostatakarzinoms ist die Unterscheidung zwischen Männern, die keinen klinisch signifikanten Tumor haben, und denen, die eine Therapie benötigen, von entscheidender Bedeutung, sagt Cathomas. «Die Forschung hat in diesem Bereich in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte erzielt und weitere deutliche Verbesserungen sind absehbar.»