Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen ein Schock, verbunden mit Angst und Unsicherheit, mit Wut und Verzweiflung. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Patientinnen und Patienten umfassend und interdisziplinär behandelt werden. Am Lungen- und Thoraxonkologiezentrum des Universitätsspitals Zürich fokussiert man auf die Umsetzung höchster internationaler Qualitätsstandards bei der Erkennung und Behandlung von Tumoren der Lunge und des gesamten Brustraums.

«Für die Patienten steht ein hochqualifiziertes Team zur Verfügung», betont Klinikdirektor Prof. Dr. med. Walter Weder. Besonderen Wert legen Weder und sein Team auf die Erarbeitung einer persönlich optimierten Behandlung und auf die Einbindung des sozialen und medizinischen Umfelds der Patienten. «Zu unseren Aufgaben gehört es ebenfalls, die neuesten Therapien in klinischen Studien zu definieren und durchzuführen sowie in experimenteller Forschung, Lehre und Weiterbildung eine Vorreiterrolle einzunehmen», so Weder.

Innovative Studien mit neuen Medikamenten, geleitet von Prof. Dr. med. Rolf Stahel, Co-Direktor des Lungen- und Thoraxonkologiezentrums des Universitätsspitals Zürich, ermöglichen den Patienten den Zugang zu erfolgversprechenden Behandlungen. «Unser gut eingespieltes multidisziplinäres Team, die hohen Fallzahlen und die Verbundenheit in der internationalen Forschung erlaubt uns – als einzige Universitätsklinik in der Schweiz – die Bedingungen der Deutschen Krebsliga für ein spezialisiertes Lungenkrebszentrum zu erfüllen», sagt Weder.

Interdisziplinäre Konferenzen

«Da wir bestausgebildete Spezialisten in verschiedenen Disziplinen beschäftigen, hohe Fallzahlen ausweisen und gleichzeitig in allen Disziplinen Zugang zu den neusten Forschungs- und Studienresultaten haben, können wir innovative Therapien und Behandlungsmethoden anbieten», erläutert Walter Weder weiter. Bei der Behandlung von Lungenkrebs sind primär die Disziplinen Chirurgie, Radioonkologie und medizinische Onkologie beteiligt, in der Diagnostik ausserdem die Pneumologie, die Radiologie sowie die Nuklearmedizin.

An modernen Kliniken wie dem Universitätsspital werden die Patienten an interdisziplinären Tumorkonferenzen besprochen, die auf bestimmte Krebsarten spezialisiert sind. Dabei werden individuell abgestimmte und personalisierte Therapieentscheide getroffen. Bei der Operation wird der Lungenanteil, in dem sich der Tumor befindet, chirurgisch entfernt, während die Radiotherapie auf eine vollständige Eliminierung der Tumorzellen durch hochenergetische Röntgenstrahlen abzielt. Im Gegensatz dazu wirkt die Chemotherapie oder Immuntherapie systemisch, das heisst im ganzen Körper.

Enorme Fortschritte

«Frühstadien des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses werden soweit möglich operativ mit oder ohne Chemotherapie behandelt, während fortgeschrittene Stadien sowie Patienten mit kleinzelligen Karzinomen einer Kombination aus Radiotherapie, Chemotherapie und gelegentlich auch Operation zugeführt werden», erklärt Weder.

Die Chemotherapie wird dabei bevorzugt niedrigdosiert parallel zur Radiotherapie verabreicht und hat zum Ziel, die Wirkung der Radiotherapie auf die Tumorzellen zu verstärken. «Ziel der multimodalen Behandlung ist, das Therapieresultat zu optimieren, das heisst die Chance auf Heilung zu verbessern», so Weder. Sämtliche Therapiemodalitäten haben in den letzten Jahren am Universitätsspital Zürich enorme Fortschritte gemacht.

So kommen neuartige Medikamente zum Einsatz, die gezielt auf die Tumorzellen einwirken. In der Chirurgie wiederum werden neue und schonende minimal-invasive Operationsverfahren sowie roboterassistierte Operationstechniken eingesetzt.

Schonende Behandlung

Auch in der Radiotherapie konnten zahlreiche Verbesserungen eingeführt werden. Dank enorm gestiegener Computerleistung kann eine Bestrahlung heute intensitätsmoduliert, das heisst mit besserer Anpassung an das Zielvolumen bei gleichzeitig optimaler Schonung der umliegenden Organe verabreicht werden.

Moderne Bestrahlungsgeräte haben ausserdem eine integrierte Bildgebung, mit deren Hilfe der Tumor dreidimensional dargestellt werden kann. «Bei modernen Bestrahlungen werden alle diese technischen Neuerungen kombiniert.

Seit einigen Jahren wird zudem zur Behandlung von kleinen inoperablen Lungentumoren die sogenannte Hochpräzisionsbestrahlung angewendet. Mit diesem Verfahren können kleine Lungentumoren in drei bis vier Sitzungen mit einer sehr hohen Bestrahlungsdosis entfernt werden», betont Weder.