Gemäss Statistik erkranken in der Schweiz jedes Jahr 200 bis 220 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an Krebs. Die häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern sind Leukämien, Tumoren im Hirn und Rückenmark, Lymphome, Tumoren des sympathischen Nervensystems sowie Weichteil-, Nieren-, Knochen- und Augenkrebs. Es gibt mehrere Symptome, die auf eine Krebserkrankung bei einem Kind hindeuten können. Diese müssen von Fachspezialisten detailliert abgeklärt werden.

Beim Kind sein

«In den Industrienationen können heute rund drei Viertel aller Kinder, die an Krebs erkranken, geheilt werden», betont Felix Niggli vom Kinderspital Zürich. «Da Kinder noch wachsen, reagieren sie aber besonders empfindlich auf aggressive Therapien.» Deshalb leiden manche frühere Kinderkrebs-Patienten unter Spätfolgen einer Behandlung.


Für die Eltern betroffener Kinder bedeutet die Diagnose Krebs ein Schock, verbunden mit Ängsten und Unsicherheit. Für die Kinder selber ist die Nähe der Eltern wichtig: Deshalb können der Vater oder die Mutter im Spital rund um die Uhr bei ihrem Kind sein. Falls nötig, sollten sie die spitalinterne Sozialberatung in Anspruch nehmen und nach Möglichkeiten für die Entlastung zu Hause und am Arbeitsplatz fragen.

Entscheidende Fortschritte

Auch für die Geschwister ist es wichtig, dass sie Kontakt zum erkrankten Bruder oder der Schwester haben und dass man sie altersgerecht über die Krankheit informiert. Während der Dauer der gesamten Behandlung dient die Pflegeberatung Onkologie als Bindeglied zwischen dem stationären und dem ambulanten Bereich.

Damit werden betroffene Familien für die bevorstehende Zeit nach dem Erstaustritt vorbereitet. «Jede Familie wird umfassend über den konkreten Ablauf der Behandlung instruiert», betont Niggli. Bei der Krebstherapie von Kindern hat die Forschung entscheidende Fortschritte gemacht.

Gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik starben in der Schweiz in den Jahren 2000 bis 2005 im Durchschnitt jedes Jahr 36 Kinder an den Folgen einer Krebserkrankung, im Vergleich zu etwa 45 Kindern Mitte der 1990er-Jahre.