Die Forschung hat in den letzten Jahren zu bedeutenden Einsichten in die Entstehung und das Verhalten von Kreberkrankungen geführt, was verzögert verschiedenartige Verbesserungen ermöglichte: Fortschritte sind sichtbar geworden in der Vorbeugung, der Früherkennung, der Behandlung wie auch der Nachsorge und palliativen Betreuung von Krebspatienten.

«Allein in den letzten Monaten wurden mehrere wichtige neue Medikamente eingeführt.»


Das Wissen um die Ursache von Krebsleiden bis auf die molekulare Ebene hat direkte Auswirkungen auf die individualisierte Vorsorge und Betreuung. Vererbte Anlagen zu Brustkrebs sind letztes Jahr durch die vorbeugende Brustoperation von Angelina Jolie schlagartig ins öffentliche Bewusstsein gedrungen, gefolgt von einer starken Zunahme von Beratungsgesprächen.

Ein tieferes Verständnis von Krebserkrankungen bis zu den einzelnen veränderten Genen zeigt, dass beispielsweise Brustkrebs nicht eine einzige Erkrankung darstellt, sondern dass es viele ganz unterschiedliche Arten von Brustkrebs gibt, was zu einer entsprechend angepassten Behandlung der Patientin führt («personalisierte» Medizin).
Allein in den letzten Monaten wurden mehrere wichtige neue Medikamente eingeführt.

Dabei werden ganz verschiedene Ansatzpunkte benutzt. Neue Hormontherapien des Prostatakarzinoms (mit Abiraterone und Enzalutamid) sind auch nach Wirkungsverlust konventioneller hormoneller Behandlungen noch wirksam. Alpharadin (Radium-223) ist eine radioaktive Substanz, die nach intravenöser Injektion über die Blutwege zu den Knochenmetastasen beim Prostatakrebs gelangt und dort durch eine Bestrahlung von ganz kurzer Reichweite Krebszellen abtötet – praktisch ohne Gefährdung der Umgebung.

Früherkennung

Natürliche immunologische Abwehrmechanismen können zur Tumorbekämpfung angehalten oder deren Wirkung kann durch Medikamente nachgeahmt werden. Durch Anstossen der natürlichen immunologischen Abwehr (durch PD-1- oder PD-L1-Hemmer, oder Ipilimumab) liessen sich erstaunliche Behandlungserfolge beim fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs, dem Melanom, erzielen.

Gezielt im Labor hergestellte Antikörper können Tumorzellen vernichten, was bei einem Teil der Dickdarmkrebse und Brustkrebse anhaltende Tumorverkleinerungen bewirken kann. Eine interessante, hochwirksame Neuerung verknüpft einen derartigen Antikörper mit einem Zytostatikum, das dadurch gezielt an bestimmte Brustkrebszellen herangebracht wird und diese abtötet. Dieses interessante Prinzip wird beim neu eingeführten Brustkrebsmedikament Kadcyla (Trastuzumab-emantasin) eingesetzt.

Erfolge bei der Behandlung

Immer mehr Kantone laden Frauen zu regelmässigen qualitätskontrollierten Mammographien ein. Mit einer Darmspiegelung können eventuelle Dickdarmkrebse frühzeitig einer Behandlung zugeführt durch Abtragen von Krebsvorstufen sogar vermieden werden. Seit einigen Monaten ist diese Massnahme kassenpflichtig. Regelmässige Röntgenuntersuchungen von Rauchern (durch Computertomographien der Lungen) sind eine wirksame Methode zur Früherkennung von Lungenkrebs.

Zertifikate sollen sollen sichtbar belegen, dass die angebotene Betreuung den aktuellen Qualitätsanforderungen entspricht. So zertifizierte die Schweizerische Krebsliga nach strengen vorgegebenen Richtlinien fünf Brustzentren. Die schweizerische Gesellschaft für Medizinische Onkologie hat kürzlich ein Zertifikat des «Swiss Cancer Network» geschaffen, das mit der Verpflichtung zu definierten Qualitätskriterien verliehen wird.