Sie haben letzten August für die Krebsforschung einen 600-Kilometer-Spendenmarathon auf Ihrem Hochrad quer durch die Schweiz absolviert. Was hat Sie dazu ermutigt, sich für die Krebsbekämpfung einzusetzen?

Ich hatte selbst Prostatakrebs und Freunde von mir haben ihr Kind an Leukämie verloren. Ein ganz schlimmes Schicksal, das mich sehr betroffen gemacht hat.

Woher stammt die Idee mit dem Hochrad?

Die Idee hatte ich schon vor etwa fünf Jahren. Ich wollte etwas machen, das vorher noch kein anderer in der Schweiz gewagt hatte. Da ich ein leidenschaftlicher Hochradfahrer bin, lag die Idee auf der Hand.

Wie kam das Spendengeld zusammen und wem kam es letztlich zugute?
 

Ich bin davon überzeugt, dass meine Einstellung mir geholfen hat, den Krebs zu besiegen.

Für mein Projekt hatte ich eigens ein Konto eingerichtet, auf das die Spender via E-Banking oder per Einzahlungsschein Geld überweisen konnten. Es kam aber auch einiges an Direktspenden auf meiner Tour zusammen. Das gesammelte Geld – ein Check von je CHF 2625.– – kam der Kinderkrebshilfe Schweiz, der Schweizerischen Alzheimervereinigung und der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung TK Handbike zugute.

Wo führte Ihre Tour durch?

Die Tour setzte sich aus 13 Etappen zusammen und startete an der schweiz-österreichischen Grenze in Au SG und führte über Kreuzlingen, Andelfingen, Döttingen, Lenzburg, Egerkingen, Solothurn, Brügg – mein Zuhause, wo ich mit einem grossen Empfang begrüsst wurde – Neuenburg, Yverdons-les-Bains, Lausanne, Rolle, Mies bis an die Grenze nach Perly-Certoux GE. Die zurückgelegte Strecke betrug 696 Kilometer, was einer Anzahl von rund 174000 Radumdrehungen entspricht.

Was gab Ihnen die Kraft, diese lange Strecke zu meistern?

Die Spenden, der eigene eiserne Wille und die gute Moral.

Was hingegen gab Ihnen Kraft im Kampf gegen Ihren Krebs? Wie haben Sie ihn besiegt?

Ich habe zu akzeptieren gelernt, dass ich nicht mehr allein war, sondern einen Partner an meiner Seite hatte, der Krebs hiess. Mit ihm zu leben, über ihn zu sprechen und mich kurz vor der OP von ihm in Frieden zu verabschieden und loslassen zu können, das hat mir geholfen. Seit sechs Jahren lebe ich nun glücklich und gesund. Ich bin überzeugt davon, dass meine Einstellung mir dabei geholfen hat, den Krebs zu besiegen. Es wäre schlimm gewesen, kampflos aufzugeben, ohne etwas versucht zu haben.

Was wünschen Sie sich für die Krebsforschung und für die Menschen, die von Krebs betroffen sind?

Ich wünsche mir, dass die Medizin sich nicht beirren lässt, die Krebsforschung immer weiter antreibt und sich so ständig verbessert. Den Krebspatienten wünsche ich, dass sie lernen, mit dem Krebs umzugehen, mit ihm zu koexistieren und ihn zu akzeptieren und dass sie die Erkrankung mental hinter sich lassen können, sobald der Krebs operativ entfernt wurde.

Planen Sie noch weitere Spenden-Projekte?

Für diesen Spätsommer plane ich einen noch verrückteren Marathon. Es handelt sich um ein 24-Stunden-Rennen auf dem Hochrad, das ich mit einer Wette verknüpfe. Zurzeit bin ich noch auf der Suche nach Sponsoren. Mehr will ich noch nicht verraten.

 

Quer durch die Schweiz mit dem Hochrad