Unter dem Motto «Sei ein Held, mach mit», lud die Organisation zum Rennen ein. Der Veranstalter Markus Aerni an jenem sonnigen und spannungsgeladenen Sonntag: «Es sind über 450 Bikerinnen und Biker auf unseren drei Routen unterwegs, die gemeinsam und symbolisch gegen den Krebs fahren.»

Mit der Anzahl Anmeldungen und der Spendenhöhe zeigt sich der Veranstalter Aerni am Nachmittag höchst zufrieden: «Die Zeichen stehen gut, dass wir das Spendenziel von 250000 Schweizer Franken erreichen werden.» Bei idealen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein legten die Teilnehmenden unglaubliche 18'949 Kilometer zurück.

Wiederum bot die Veranstaltung ein attraktives Rahmenprogramm mit Benefiz-Konzerten von Gotthard, Baum und Hanery Amman sowie weiteren bekannten Persönlichkeiten, einem Solidaritäts-Fest sowie Netzwerkpartnern mit Informationsständen rund um den Krebs.

Hocherfreut zeigte sich auch Stadtpräsident Alec von Graffenried der im Team der Adolf Ogi Stiftung «Freude herrscht»  auch selbst in die Pedale tratt. "Es ist gut, dass das Race for Life in Bern stattfindet.

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Race for Life am 9. September 2018 und hoffe, dass wir dann noch mehr Leute haben werden."

Alt Bundesrat Adolf Ogi seinerseits meinte zum Anlass: „Ich habe meinen Sohn und vor kurzem meinen Bruder an Krebs verloren. Es ist wichtig, dass es Projekte wie das Race for Life gibt, damit wir alle gemeinsam etwas gegen diese schreckliche Krankheit unternehmen können!“

Jeder Einzelne kann viel beitragen

Aerni zeigte sich besonders stolz auf ein Sport-Team einer Frau, die über 18000 Schweizer Franken für ihr Team gesammelt hat.

«Dieses Ergebnis ist ein sehr schönes Beispiel, dass jeder Einzelne nicht nur einen symbolischen Beitrag, sondern auch einen bemerkenswert hohen Geldbeitrag leisten kann. Damit können wir die Forschung im Bereich Krebs voranbringen. Am Rennen teilnehmen konnten sowohl Firmen wie auch Privatpersonen.

Die Motivation ist unterschiedlicher Art. Einige Teilnehmer haben Familienmitglieder oder Freunde verloren und möchten ihre Erfahrung symbolisch in einer sportlichen Gemeinschaft teilen. Andere wiederum kennen Krebsbetroffene in ihrem Bekanntenkreis oder beschäftigen sich beruflich mit dem Thema.

Krebsvorsorge-Test – auch vor Ort

Die ausgelassene Stimmung und das schöne Septemberwetter am achten «Race for Life» luden zum Verweilen ein. Neben kulinarischen Verpflegungsmöglichkeiten standen die Netzwerkpartner für Red und Antwort an Informationsständen vor Ort zur Verfügung.

Wer sich also über Krebs informieren wollte, war am richtigen Ort, denn die wichtigsten Organisationen, die sich in der Krebsbekämpfung und -forschung engagieren, waren vertreten. Beispielswiese stand für Besucher am Stand von Bristol-Myers Squibb – einem Unternehmen für die Entwicklung von Immunonkologie – ein Vorsorgetest für Hautkrebs zur Verfügung.

Das Angebot wurde rege benutzt, wie die Betreuerinnen des Standes erfreut bestätigten. «An unserem Stand haben wir drei Kabinen und drei Hautärzte, welche unsere Besucher auf Hautkrebs untersuchen», erklärte die Stand-Betreuerin.

Die Ärzte geben bei Verdacht eine Empfehlung ab, einen entsprechenden Arzt zu konsultieren.

Über die Untersuchungen wird kein Rapport durchgeführt und sie erfolgen anonym. «Wir zählen lediglich, wie viele Hautchecks und wie viele verdächtige Fälle gemacht wurden», erklärten die Betreuerinnen.

Die Vorsorge-Aktion verzeichnete fast 50 verdächtige Fälle. Zur aktiven Vorsorge geben wir zudem eine Broschüre und einen Muttermalkompass ab. Diese Pässe sind sehr beliebt und gehen weg wie «frische Weggli». «Dieses Angebot stellen wir exklusiv für diesen Anlass ‹Race for Life› zur Verfügung.»
 

Krebs ist keine einfache Erkältung

BAUM, Schweizer Sänger, über den Anlass

Weshalb bist du Botschafter für «Race for Life?»

Ich habe wie alle im Familien- und Freundeskreis Fälle von Krebserkrankungen erlebt. Weil der Krebs laufend neue Formen annimmt, ist es wichtig, in eine gute Forschung zu investieren. Das ist für mich der wichtigste Aspekt und gleichzeitig mein Beitrag für dieses Benefizkonzert.

Was überzeugt dich bei «Race for Life?»

Es gibt sehr viele Benefizveranstaltungen. Dieser Event gegen den Krebs und der Mix von Rennen, Forschung, Informationsständen sowie einem Solidaritätsfest mit Konzerten überzeugt mich. Krebs ist nicht eine einfache Erkältung oder ein Beinbruch. Krebs ist eine sehr komplexe Krankheit, die viele weitere Aspekte mit sich bringt. Dieser Anlass ist eine gute Möglichkeit, den Besucherinnen und Besuchern einen Gesamtüberblick zu bieten.

Nimmst du das erste Mal teil?

Nein, bereits letztes Jahr habe ich persönlich am Rennen teilgenommen – dieses Jahr stehe ich nun als Musiker auf der Bühne. Das nächste Jahr werde ich wieder am Rennen teilnehmen.

Was ist deine persönliche Botschaft?

Meine Botschaft richtet sich vor allem an die Männer. Sie sind in der Regel nicht die besten Patienten und denken oft, dass die Beschwerden von alleine wieder vorbeigehen. Frauen hingegen gehen regelmässig zur Kontrolle zum Frauenarzt, das ist bei Männern noch kein Standard.

Daher sollten sich Männer besser schauen und die Beschwerden genug früh ernst nehmen.

Am Ende der Veranstaltung meldeten die Veranstalter einen Spendeneingang von über 250000 Schweizer Franken.