Was genau macht die Stiftung Kind und Krebs?

Die Stiftung kümmert sich ausschliesslich um an Krebs erkrankte Kinder. Wir sind die erste und einzige Organisation in der Schweiz, die sich mit der Förderung der Erforschung auf diesem Gebiet befasst. Wir informieren unsere Spender sehr genau darüber, wofür ihre Spenden eingesetzt werden. Dies ist ausserordentlich wichtig, da die Besonderheiten der Behandlung von Kindern mit Krebs weniger bekannt sind.

Von anderen Institutionen wie Nationalfonds und Krebsligen werden Spendengelder in die allgemeine Krebsforschung investiert, was wir auch sehr begrüssen. Für neue Medikamente gegen Kinderkrebs und deren Erforschung sind jedoch besondere Mittel notwendig. Bei mehr als 33 000 an Krebs erkrankten Erwachsenen pro Jahr gegenüber nur ca. 250 Kindern wird deutlich, dass eine proportionale Verteilung der Spendengelder den Betroffenen hier nicht gerecht wird. Wir als Stiftung müssen dafür sorgen, dass das Thema Kinderkrebs stärker wahrgenommen wird und ausreichend Spenden für die dringend notwendigen Medikamenten und Therapie-Forschungen bereitstehen.

Sollte man nicht von der Pharmaindustrie eine entsprechende Forschung erwarten?

Die Pharmaindustrie muss natürlich den wirtschaftlichen Aspekt beachten und einen erfolgreichen Absatz an Medikamenten für eine Patienten-Zielgruppe sicherstellen. Dabei bietet die grosse Zahl an Erkrankten im Erwachsenenalter eine bessere Wirtschaftlichkeit als bei der Entwicklung neuer Medikamente für wenige. Die Pharmaindustrie tut sich daher mit der Erforschung neuer, wirksamer Mittel gegen Kinderkrebs schwer.

Der Krebs bei Kindern ist eben tatsächlich eine ganz eigene Erkrankung, er organisiert sich anders, betrifft andere Organe und Krebszellen entwickeln sich bei Kindern wesentlich schneller als bei Erwachsenen. Daher halte ich eine Organisation wie die Stiftung Kind und Krebs für so wichtig. Wir verstehen den Kinderkrebs als eigene Krankheit und setzen uns entsprechend für seine Erforschung ein.

Was sind besondere Herausforderungen bei Ihrer Arbeit?

Unter Forschung wird etwas verstanden, das sehr viel Zeit beansprucht - der Erfolg ist nicht schnell und unmittelbar aufzuzeigen. Unsere Spender sehen die Ergebnisse erst in einigen Jahren - das ist schwerer zu vermitteln. Forschungsberichte sind da doch eher trocken und weniger eindrücklich als die Leidens- und Erfolgsgeschichte eines einzelnen Kindes.

Uns bleibt daher nur zu verdeutlichen, dass nur durch Forschung eine bessere Behandlung für die Kinder möglich wird. Neben dem Nutzen für aktuell erkrankte Kinder geht es um bessere Therapiemöglichkeiten, weniger aggressive Medikamente oder weniger Nebenwirkungen bei denen, die in Kürze erkranken werden.

Wie motivieren Sie sich immer wieder für Ihre Arbeit?

Die Erfolge unserer Forscher und die Beobachtung der Kinder in der Therapie sind Motivation genug. Wir alle – auch die Forscher – arbeiten mit den Kindern und Erfolge sind das, was uns antreibt. Die Stiftung Kind und Krebs finanziert sich ausschliesslich durch Spenden und wir sind dankbar, dass wir pro Jahr zirka 600 000 Franken in entsprechende Projekte investieren können. Inzwischen überleben immerhin 70 bis 80 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder – vor wenigen Jahren waren es nur rund 30 Prozent. Diese Ergebnisse sprechen für sich.