Es war in den frühen 90er-Jahren und Evelyn Lauder, die Ehefrau von Leonard Lauder (dem ältesten Sohn der Firmengründerin Estée Lauder), war in New York ein Top-Promi. An einer Wohltätigkeitsveranstaltung kam sie mit der American Breast Cancer Society in Kontakt und hatte spontan entschlossen, sich für diese Organisation einzusetzen.

Sie wollte einen Weg finden, wie das Kosmetikunternehmen von Brustkrebs betroffene Frauen ermutigen könnte. Sie war überzeugt, dass Solidarität und Engagement von Frauen für Frauen ein starkes Zeichen setzen könnte. Und so entwickelte sie die Idee: Puderdosen mit rosa Schleifen auf dem Deckel und pro verkauftem Stück einen Beitrag an die Brustkrebsprävention.

Sie organisierte im Warenhaus 'Bloomingdale's' eine Promotionswoche, an der die grosse Estée-Lauder-Verkaufsfläche ganz in Rosa erstrahlte und seidene rosa Schleifen an die Kundschaft verteilt wurden. Ich war damals im Warenhauskonzern Jelmoli tätig und für einige Tage bei 'Bloomingdale's'.

'Komm, hilf mit,' sagte mir Evelyn Lauder und wir standen mit vielen anderen Helferinnen am Stand, verteilten rosa Schleifen und waren von der Reaktion der Kundinnen überwältigt. Die Aktion hatte wie ein Blitz eingeschlagen, die Puderdosen mit der rosa Schleife waren im Nu ausverkauft und wir mussten nach dem ersten Tag über Nacht Hunderte von rosa Schleifen basteln.

Die Medien berichteten euphorisch über 'die einmalige Solidaritätsaktion' und Evelyn hatte ihre Berufung gefunden. Jahrzehntelang war die Brustkrebsprävention und die Unterstützung von Betroffenen ihr zentrales Anliegen. Es hat sehr wehgetan zu erleben, wie die Pink-Ribbon-Pionierin selber an Brustkrebs erkrankte und schliesslich daran starb.

Doch ihr Vermächtnis lebt weiter und hat sich zu einer weltumspannenden Solidaritätsbewegung entwickelt. Für mich war Evelyn Lauder ein grosses Vorbild für Engagement, Herzensbildung und mit der nötigen Portion Hartnäckigkeit. Noch heute verneige ich mich vor dieser bewundernswerten Frau.