Bauchspeicheldrüsenkrebs betrifft in über 95 Prozent der Fälle den sogenannten exokrinen Teil der Drüse, der Verdauungsenzyme herstellt und absondert. Man spricht deshalb vom exokrinen Pankreaskarzinom. Weitaus seltener geht der Krebs von hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus (endokrines Pankreaskarzinom). «Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Erkrankung im höheren Lebensalter.

Das mediane Erkrankungsalter liegt für Männer bei 70 und für Frauen bei 76 Jahren», erläutert der Facharzt für Onkologie Bernhard Pestalozzi. Krebs der Bauchspeicheldrüse verursacht im Frühstadium meistens kaum Symptome. Beschwerden deuten oft darauf hin, dass sich der Krebs schon ausgebreitet hat. Mögliche Symptome sind Appetitverlust, Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder Rückenschmerzen.

Wenn der Tumor den Gallengang verengt, der durch die Bauchspeicheldrüse verläuft, tritt eine Gelbsucht auf: Haut und Augen verfärben sich gelblich, der Harn wird dunkel. «Wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs sich auf diese Weise zeigt, kann er oft noch operativ entfernt und manchmal geheilt werden», betont Pestalozzi.

Ursachen und Diagnose

Als Bauchspeicheldrüsenkrebs-Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren für die Entstehung eines Pankreaskarzinoms gelten neben einem höheren Lebensalter insbesondere eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und eine genetische Veranlagung. Aber auch ein Diabetes und einige andere Erkrankungen erhöhen das Pankreaskrebsrisiko.

Weitere Risikofaktoren sind im persönlichen Lebensstil zu finden: starkes Übergewicht, Rauchen, fettreiche Ernährung und Vitamin-D-Mangel. Oft wird Bauchspeicheldrüsenkrebs zufällig bei einer Untersuchung, etwa bei einem Ultraschall des Bauches, entdeckt. Besteht der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs, leitet der Arzt die notwendigen Diagnoseschritte ein.

«Geklärt werden muss, ob es sich wirklich um einen exokrinen Pankreaskrebs handelt, und wenn ja, an welcher Stelle der Bauchspeicheldrüse sich der Tumor befindet und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist», erläutert Pestalozzi. Wichtige Untersuchungen zum Nachweis eines Pankreaskarzinoms sind neben der körperlichen Untersuchung Laboruntersuchungen, Ultraschall und eine Computertomographie.

Rechtzeitig operieren

Eine Heilung der Tumor-Erkrankung kann nur durch eine frühzeitige Bauchspeicheldrüsenkrebs-Operation erreicht werden. Um sicherzugehen, dass alle Krebszellen abgetötet werden, schliesst sich häufig eine nachfolgende (adjuvante) Chemotherapie an. Allerdings wird der überwiegende Teil der Tumoren erst in einem späteren Stadium entdeckt, in dem keine Heilung durch Operation mehr möglich ist, da der Pankreastumor die grossen Baucharterien umfasst.

«Solche Tumoren kann man manchmal durch Chemotherapie, in Kombination mit Strahlentherapie oder in Kombination mit Elektroporation in den Griff bekommen», betont Pestalozzi. «Strahlentherapie und Elektroporation können auch Tumorgewebe abtöten, das in die Wand von Gefässen einwächst.»

Die Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wird nicht nur in der adjuvanten Therapie, das heisst nach der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Operation, sondern auch in der palliativen Situation eingesetzt. Die palliative Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hat zum Ziel, das Tumorwachstum und die mit dem Tumor assoziierten Symptome zu kontrollieren und damit die Lebensqualität zu verbessern und das Überleben zu verlängern.

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium das Pankreaskarzinom entdeckt wurde. In frühen Stadien besteht Chance auf Heilung, in späteren Stadien ist die Behandlung primär palliativ. «Durch neue Therapiekonzepte besteht aber die Hoffnung, dass die Behandlungsergebnisse in Zukunft besser werden», stellt Pestalozzi in Aussicht.

In Gedenken an David Bowie, der dieses Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist
In Gedenken an David Bowie, der dieses Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist
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