Lymphom dient als Sammelbegriff für eine Vergrösserung von Lymphknoten. Er wird sowohl für gutartige (benigne) als auch bösartige (maligne) Lymphome verwendet. «Der Begriff gewinnt heute aber zunehmend bei malignen Erkrankungen an Bedeutung», sagt Facharzt Christoph Renner. Umgangssprachlich werden maligne Lymphome als Lymphknotenkrebs bezeichnet.

Sie wurden früher in zwei Kategorien, Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome, unterteilt. Aufgrund des zum Teil sehr variablen Verlaufs und der Therapie werden Lymphome heutzutage primär mit ihrem Eigennamen benannt und aufgrund ihres Wachstumsverhaltens in langsam wachsende indolente und schnell wachsende aggressive Subformen unterteilt.

Maligne Lymphome sind selten: 5 Prozent aller Krebserkrankungen in der Schweiz

Jährlich erkranken in der Schweiz rund 1750 Menschen an einem Lymphom. Männer sind dabei etwas häufiger als Frauen betroffen. Circa 15 Prozent (rund 240) aller Lymphompatienten in der Schweiz erkranken an einem Hodg­kin-Lymphom. Von den restlichen 85 Prozent (rund 1500) weisen wiederum 90 Prozent (rund 1350) ein sogennantes B-Zell- und knapp 10 Prozent (rund 150) ein sogennantes T-Zell-Lymphom auf.

«Lymphome sind Krebserkrankungen, die von Zellen des Immunsystems, den Lymphozyten, ausgehen. Dies sind spezielle Subpopulationen der weis­sen Blutkörperchen», erläutert Renner. Die Lymphozyten werden in lymphatischen Organen gebildet, d. h. zum Beispiel in den Lymphknoten, im Knochenmark oder in der Milz.


Besteht ein Verdacht auf Vorliegen einer Lymphomerkrankung, so wird unter örtlicher Betäubung ein Lymphknoten biopsiert oder komplett entnommen. Um detailliert abklären zu können, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist, sind weitere Untersuchungen notwendig. Häufig wird dabei eine Computertomographie (CT) des Hals-, Brust- und Bauchraums oder eine Knochenmarkpunktion eingesetzt.

Verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Heilungschancen

Das Hodgkin-Lymphom zählt zu den bösartigen Tumorerkrankungen des Erwachsenen mit den höchsten Heilungsraten. Heute können über 80 Prozent aller Patienten geheilt werden, in frühen Stadien sind es sogar über 90 Prozent. Auch bei einem Rückfall können noch langfristige Remissionen und zum Teil Heilungen erzielt werden. Zwei Drittel aller Rezidive treten in den ersten zwei bis zweieinhalb Jahren nach der Ersterkrankung auf.

Die Heilungsaussicht ist hier umso besser, je länger der Zeitraum zwischen der Ersterkrankung und dem Rückfall ist und je begrenzter die Tumor­ausbreitung ausfällt. «Damit gehört das Hodgkin-Lymphom zu den bösartigen Tumorerkrankungen des Erwachsenen mit den besten Heilungsaussichten», betont Renner.

Mit Hilfe der heute üblichen, zum Teil sehr intensiven Immun-Chemotherapien und durch die Einführung der Blutstammzell-Transplantation hat sich auch die Behandlung aggressiver B-Zell-Lymphome in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

In frühen Stadien können diese Lymphome durch Immunchemotherapie bei praktisch allen Patienten und in fortgeschrittenen Stadien bei rund 60 Prozent der Patienten geheilt werden. Langsam wachsende indolente Lymphome sind gerade in fortgeschrittenen Stadien bisher zumeist nicht heilbar. Doch auch hier konnten mit Hilfe neuer Therapieansätze die Behandlungsresultate optimiert und langfristige Krankheitsremissionen bei guter Lebensqualität erzielt werden.