Die Abkürzung STREAM steht für STREss Aktiv Mindern. «Die Diagnose Krebs ist für viele Betroffene mit grossen psychischen Belastungen verbunden. Das neue Programm soll helfen, den psychischen Stress besser zu bewältigen», sagt Prof. Viviane Hess, Leitende Ärztin der Onkologie am Universitätsspital Basel.

Bestmögliche Bedingungen für erfolgreiche Behandlungen

Es gibt Hinweise, dass sich auch psychische Aspekte auf die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie auswirken können, wobei die genauen Zusammenhänge heute noch nicht verstanden sind. «Es ist wichtig, dass die Patienten einen Weg finden, mit der psychischen Belastung umzugehen. Es sollen bestmögliche Bedingungen für eine erfolgreiche Behandlung geschaffen werden», so Hess.

So wirksam wie eine Face-to-Face Intervention

Hier setzt die Online-Plattform STREAM an. Das Programm, welches in Form einer Studie angeboten wird, zeigt anhand von Informationen, Übungen und spezifischen Anleitungen Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit der Krebserkrankung auf. «Die Online-Intervention ist eine neue Art von psychischer Unterstützung. Verschiedene Studien zeigen, dass sie so wirksam sein kann wie eine Face-to-Face-Intervention», weiss die Onkologin. 

Für die Patienten bieten Online-Interventionen zahlreiche Vorteile: Man ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden und kann die Intervention jederzeit und von überall aus nutzen. Zudem gewähren solche Interventionen eine höhere Anonymität, was für die Patienten die Hemmschwelle senkt, sich für eine psychologische Begleitung oder Unterstützung zu entscheiden.

Und welche Nachteile sieht Prof. Hess? «Am Programm konsequent dranzubleiben, kann schwierig sein. Deshalb ist es wichtig, dass die Patienten einmal wöchentlich Mailkontakt mit unseren Psychologen haben. Ebenso kann man bei Fragen jederzeit mit unseren Psychologen in Kontakt treten.» Das Programm kommt bei den Patienten sehr gut an. «Aktuell sind 40 Patienten dabei. Die meisten haben das Programm bislang durchgezogen und empfinden dieses als sehr hilfreich.» Das Programm ist gratis. Unterstützt  wird die Studie von der Krebsforschung Schweiz und dem Schweizerischen Nationalfonds.

Wer kann teilnehmen?

An der Studie teilnehmen können Patienten aus dem gesamten deutschen Sprachraum, die erstmalig an einer Krebserkrankung oder an einem erstmaligen Rückfall leiden, minimale Computer- und Internetkenntnisse haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Zudem sollte der Beginn der Krebsbehandlung nicht länger als zwölf Wochen zurückliegen.