Wie unterscheiden sich Krebserkrankungen von Kindern und Jugendlichen gegenüber denjenigen von Erwachsenen?

Kinder erkranken an anderen Tumoren als Erwachsene. Erwachsene erkranken meist an Karzinomen (zum Beispiel Brust-, Prostata-, Lungen- und Dickdarmkrebs), Kinder hingegen an Leukämien (weisse Blutzellen), Hirntumoren, Lymphomen (aus Abwehrzellen), Sarkomen (aus Bindegewebe) und seltenen Tumoren aus unreifem Gewebe. Entsprechend ist auch die Behandlung anders.

Wie entsteht Krebs bei Kindern und Jugendlichen?

Das ist bis heute nicht ganz geklärt. Was wir wissen: Wenige Kinder haben eine genetische Veranlagung, aber frühe Umwelteinflüsse scheinen eine gewisse Rolle zu spielen.

Ein intensives Forschungsprogramm des SKKR wirft Licht auf mögliche Ursachen von Krebserkrankungen. Wir vergleichen Wohnorte der erkrankten Kinder von Geburt bis zur Diagnose mit Wohnorten aller gesunden Schweizer Kinder.

Wir fanden ein erhöhtes Krebsrisiko für Kinder an Wohnorten mit grösserer natürlicher Strahlenbelastung aus Boden und Weltall. Diese kann aufgrund der Radioaktivität im Boden und der Höhenlage regional variieren. Ebenfalls gab es ein erhöhtes Auftreten von Krebserkrankungen im Kindesalter in einem Korridor 100 Meter neben Autobahnen.

Gibt es Präventionsmöglichkeiten für Krebs bei Kindern und Jugendlichen?

Da wir wenig über Risikofaktoren wissen, kann man kaum vorbeugen. Es gibt auch keine sinnvollen Vorsorge-Untersuchungen. Unsere Forschung soll helfen, Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Zukunft vorzubeugen.

Was macht das Schweizer Kinderkrebsregister?

Das Schweizer Kinderkrebsregister (www.kinderkrebsregister.ch) erfasst seit 1976 schweizweit alle Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Es wurde als erstes nationales Krebsregister gegründet und ist seit 2004 am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. In den vergangenen 40 Jahren hat es fast 10'000 Krebserkrankungen dokumentiert und zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt.

Wir sind Mitglied von Kinderkrebs Schweiz und engagieren uns gemeinsam für bessere Heilungsraten von Kindern und Jugendlichen, für mehr Unterstützung von betroffenen Familien und Survivors während der Behandlung und für die Vermeidung von Spätfolgen durch den Aufbau einer Langzeit-Nachsorge.