Jede dritte Person in der Schweiz erkrankt im Laufe des Lebens an einem bösartigen Tumor. Wie lässt sich bewerkstelligen, dass allen die bestmögliche Behandlung und Betreuung zukommt? Wichtige Elemente einer Antwort sind in der «Nationalen Strategie gegen Krebs» zu finden. «Krebserkrankungen werden uns auch in den kommenden Jahren besonders herausfordern.

Aufgrund der demografischen Alterung müssen wir in Zukunft mit mehr Neuerkrankungen rechnen. Zudem wird sich die Spezialisierung innerhalb der Onkologie verstärken. Die Behandlung von Krebserkrankungen wird komplexer», sagt Prof. Dr. med. Thomas Cerny, Präsident der Krebsforschung Schweiz.

Eng koordinierte Zusammenarbeit von Fachleuten

Deshalb wird die Zusammenarbeit zwischen ärztlichen, pflegerischen und weiteren Fachpersonen der Onkologie, Radioonkologie, Chirurgie, Psychoonkologie, onkologischen Rehabilitation und der Palliativmedizin zunehmend zentral. «Eine an den Grundsätzen Qualität, Effizienz und Chancengerechtigkeit ausgerichtete Versorgung von Menschen mit Krebs erreichen wir nur dann, wenn alle betroffenen Berufsgruppen und Organisationen eng und koordiniert zusammenarbeiten», so Cerny.

Um diese Herausforderungen zu meistern, beauftragte das Parlament den Bundesrat im Dezember 2011, gemeinsam mit den Kantonen eine Strategie zur Bekämpfung von Krebserkrankungen auszuarbeiten. In der Folge wurde Oncosuisse mit dieser Aufgabe betraut. «Der Anstoss zur Nationalen Strategie wurde bereits vor vielen Jahren von Ruth Dreifuss mit den Krebsprogrammen gegeben.»

Wichtige Handlungsfelder

Besonders in den Bereichen Vorsorge, Betreuung und Forschung wurden wichtige Handlungsfelder und Projekte festgelegt. «Diese beinhalten einerseits die Förderung der schweizweiten Einführung von Brustkrebs-Screening-Programmen und die Definition von Patientenpfaden zur interdisziplinären Betreuung von Krebspatienten. Andererseits liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau von Schulungsprogrammen und Beratungsangeboten bis hin zu Massnahmen zur Förderung der klinischen Krebsforschung und zur Verbesserung der Krebsregistrierung», erklärt Thomas Cerny.

Im Zentrum aller Anstrengungen sollen immer die Betroffenen und ihre Angehörigen stehen. Die Nationale Strategie gegen Krebs hat zum Ziel, dank geeigneter Vorbeugungsmassnahmen das Krebsrisiko aller Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz zu senken. Wer trotzdem an Krebs erkrankt, soll eine sinnvolle Diagnostik und Behandlung nach neuesten Erkenntnissen sowie eine psychosoziale und palliative Betreuung erhalten.