Die moderne Onkologie ist sehr schnelllebig. Dank der neuen Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa die Immuntherapie, gibt es eine Flut neuer Medikamente. Die internationalen Behandlungsrichtlinien müssen diesen Entwicklungen stetig angepasst werden. Um dabei den Überblick zu behalten, wird es für den einzelnen Onkologen immer wichtiger, sich mit anderen Fachspezialisten zu vernetzen und dabei Erfahrungen und Wissen auszutauschen.

Eine wichtige Plattform dafür sind die interdisziplinären Tumorboards. Hier wird die bestmögliche Therapie von mehreren Spezialisten diskutiert und gemeinsam festgelegt. «Jeder Patient sollte in einem interdisziplinären Tumorboard besprochen werden», betont Ursula Kapp, Fachärztin für Medizinische Onkologie FMH. Für spezielle Fragestellungen sollten externe Experten hinzugezogen werden können oder es sollte eine Vorstellung in Spezialboards für seltene Tumorerkrankungen erfolgen.

Dank der interdisziplinären Vernetzung kann die optimale Behandlung unserer Patienten gewährleistet werden Network.

Modernste Technologien

Mit dem Ziel, Qualitätsstandards für die Behandlung von Tumorpatienten zu erstellen, wurde das Swiss Cancer Network (SCN) gegründet. Unter anderem verpflichten sich die SCN-Mitglieder zur Teilnahme an Tumorboards. Das SCN plant, seine Mitglieder bei der elektronischen Vernetzung der Tumorboards zu unterstützen. Tumorboards können heute ortsunabhängig durchgeführt werden.

«Dank moderner Informationstechnologien können sich Ärzte auch virtuell via PC-Bildschirm austauschen, um beispielsweise Röntgenbilder und Befunde online zu besprechen», erläutert Kapp. Unter Einbeziehung elektronischer Verfahren in die Tumorboards könne für eine grössere Zahl von Patienten wohnortnah eine individuell abgestimmte, qualitativ hochwertige Therapieplanung erfolgen, die den neueren Entwicklungen entspricht.