Die Suche nach vertrauenswürdigen Fachpersonen

Für seine Behandlung begab sich Andy Lehmann in die Hände von drei unterschiedlichen Therapeuten: Sein Onkologe sorgt für die schulmedizinische Diagnostik und Therapie. Schulmedizin ist notwendig zur Behandlung des Multiplen Myeloms, das war Andy Lehmann von Beginn an klar.

Ein Spezialist für Naturheilkunde begleitet in Absprache mit dem Onkologen die laufenden Therapien. Die dritte Fachperson ist eine Körpertherapeutin. «Sie wirkt mit ihrer Behandlung auf mein Unterbewusstsein und arbeitet an meinem Gesamtkörperempfinden.

«Der Körper sagt mir nicht immer, was er braucht.» Andy Lehmann verlässt sich darum vorbehaltlos auf die Expertise seiner Therapeuten. «Ich mache, was die mir sagen.

Auch wenn ich das im Moment vielleicht nicht einsehe oder anders erlebe.» Dabei folgt Andy Lehmann nicht blind: Er fragt nach und diskutiert Entscheidungen in der Familie und mit seinen Therapeuten.

Entsprechend empfiehlt er, für das Leben mit einem Multiplen Myelom vertrauenswürdige Fachpersonen zu suchen.

Von der Wissensrecherche im Internet rät er vehement ab: «Wenn man dort liest, wird man erst richtig krank. Das sage ich als Medienspezialist, der für das Internet schwärmt!» Er selbst hatte ungemein Glück.

Als er auf Drängen seiner Frau Edith wegen einer Geschwulst über dem Brustbein seine Orthopädin um Rat fragte, überwies die ihn umgehend an einen Onkologen.

«Innert zwei Tagen war ich im Onkologiezentrum. Ich weiss von anderen Patienten, bei denen mit Warten dramatisch viel wertvolle Therapiezeit verloren ging.»

Reaktion der Angehörigen

Seine Familienangehörigen übernahmen Andy Lehmanns Gelassenheit im Umgang mit seiner Krankheit, im Wissen um deren Bedrohlichkeit.

Sie freuen sich gemeinsam über das gute Ansprechen auf die Therapie. Ausserhalb der Familie informierte Andy Lehmann «umsichtig, eher zurückhaltend.

Es gibt Leute, die können nicht damit umgehen, wenn sie wissen, dass jemand eine Krebsdiagnose hat». Jemand brach den Kontakt ganz ab, jemand distanzierte sich.

Andere fragten unbeholfen oder unüberlegt, zum Beispiel: Geht es immer noch gut? «Das ist eine schlimme Frage. Wie wenn die Krankheit schon wieder da wäre, nur weiss ich es noch nicht. Da muss man Regeln aufstellen, das sollen die Leute für sich behalten.» An einem 24. Dezember erhielt Andy Lehmann ambulant seine erste Dosis Chemotherapie.

Nach der Stammzelltransplantation

Genau ein Jahr später durfte er, nach der Stammzelltransplantation, früher als erwartet das Spital verlassen: Seine Blutbildung hatte sich ausserordentlich schnell erholt.

Gemäss der Empfehlung seines Onkologen reiste Andy Lehmann danach für drei Wochen zur Rehabilitation. «Vom Kopf her wäre ich schon beim Austritt aus dem Spital fit gewesen.

Rückblickend war der Reha-Aufenthalt aber sehr gut: In den drei Wochen lernte ich Neues über meinen Körper. Einige der Übungen von dort praktiziere ich bis heute.

Im Spital hatte ich 13 Kilogramm abgenommen. Das war nicht ohne. Und die Seele braucht auch ihre Zeit. Am Schluss wäre ich sogar gerne noch länger geblieben!»

Andy Lehmann bekommt aktuell alle zwei bis drei Monate ein Präparat zum Knochenaufbau und Knochenschutz. Die Kontrolle der Myelom-Werte erfolgt alle sechs Monate.

INFO

Diese Geschichte ist der Broschüre «Multiples Myelom: Das Leben mit der Krankheit» entnommen, welche bei der Myelom Kontaktgruppe Schweiz (MKgS) oder der Takeda Pharma AG kostenlos erhältlich ist.

Mehr Informationen und Unterstützung für Multiples Myelom finden Sie unter: www.mm-info.ch