Dank zahlreichen Aufklärungskampagnen ist das Bewusstsein für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen und für die Krankheit im Allgemeinen stark angestiegen. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass bei rund einem Drittel der Patientinnen Ableger in anderen Organen des Körpers gebildet werden – so genannte Metastasen.

Wird Brustkrebs früh entdeckt, stehen die Heilungschancen gut. Dank einem breiten Vorsorge-Angebot und neuen Therapien hat die Sterberate in der Schweiz in den letzten 35 Jahren kontinuierlich abgenommen. In der Öffentlichkeit wird Brustkrebs daher häufig als heilbar wahrgenommen.

Bildet der Krebs jedoch Metastasen, kann das Fortschreiten der Krankheit durch verschiedene Medikamente zwar verlangsamt werden, die Krankheit bleibt aber unheilbar.

Für die betroffenen Frauen bedeutet dies eine dramatische Veränderung der persönlichen, sozialen und finanziellen Situation und stellt sie vor ganz neue Herausforderungen.

Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs fühlen sich oft isoliert

Der «Global Status of Advanced/Metastatic Breast Cancer: 2005-2015 Decade Report» erfasste die Situation von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs in 34 Ländern. Der Bericht zeigt, dass die meisten Betroffenen nach der Diagnose mit Gefühlen von Angst, Verunsicherung, Depression und Isolation konfrontiert sind.

Zudem werden sie durch die neue Situation im beruflichen Umfeld, bei der Betreuung ihrer Kinder oder Familienangehörigen und der Pflege von sozialen Kontakten häufig stark eingeschränkt.

Rund zwei Drittel der für den Bericht befragten Frauen fühlten sich nicht verstanden. Im Gegensatz zum frühen Brustkrebs, zu dem es viele Erfolgsgeschichten gibt, bleibt der metastasierte Brustkrebs ein Tabu und wird in der Öffentlichkeit oft mit dem baldigen Tod der betroffenen Person in Verbindung gebracht.

Diese Wahrnehmung entspricht jedoch nicht der Realität, da die Patientinnen dank verschiedener Therapien zum Teil jahrelang mit Metastasen weiterleben können. Für den «Global Status of Advanced/Metastatic Breast Cancer: 2005-2015 Decade Report» wurden zwar keine Daten aus der Schweiz ausgewertet, Schweizer Experten sind sich jedoch einig, dass es auch hierzulande noch grossen Handlungsbedarf gibt.

Die betroffenen Frauen wünschen sich, dass der metastasierte Brustkrebs in der Öffentlichkeit vermehrt thematisiert wird und sie so mehr Zugang zu relevanten Informationen erhalten.

Durch den Abbau von Vorurteilen würden sie mehr Verständnis fur ihre Situation und weniger Isolation erleben.

  • Es geht um mich!

Um dies zu erreichen, hat sich eine internationale Gruppe von Brustkrebs-Patientinnen mit Fachleuten zusammengesetzt und, unterstützt durch die Firma Pfizer AG, die Kampagne «Es geht um mich!» lanciert.

Auf der Webseite (www.esgehtummich.ch) und in einer umfangreichen Broschüre (verfügbar auf Deutsch, Französisch und Italienisch) werden verschiedene Aspekte von metastasiertem Brustkrebs thematisiert.

Dabei werden neben Informationen zu Diagnose und Therapie auch die Bereiche Arbeit, Familie, allgemeines Wohlbefinden und Gefühle aufgegriffen.

Das Material ist so gegliedert, dass jede Frau je nach ihrer individuellen Situation entscheiden kann, ob sie zu den einzelnen Themen nur eine kurze Übersicht oder vertiefte Informationen wünscht.

Die Broschüre kann auf Anfrage über den behandelnden Arzt oder die betreuende Breast Care Nurse, sowie über EUROPA DONNA Schweiz (eine Organisation von Brustkrebsbetroffenen, medizinischen Fachleuten, Politikerinnen und weiteren Persönlichkeiten), bezogen werden.


 

Quellen:
Bundesamt für Statistik Krebsdaten Brustkrebs.
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/ gesundheitszustand/krankheiten/krebs/spezifische.html.Letzter Zugriff Februar 2018.
Pfizer Inc. Global Status of Advanced/Metastatic Breast Cancer: 2005 - 2015 Decade Report. http://breastcancervision.com. Published March 2016. Letzter Zugriff September 2016.