Als amtierende Miss Schweiz kommen Sie viel herum und sind vielseitig engagiert. Konnten Sie über die Feiertage etwas ausspannen?

Es ist tatsächlich so, dass sich meine jetzige Arbeit von meinem Studentenleben, das ich vor der Wahl hatte, unterscheidet. Ich bin jedoch sehr positiv überrascht und es freut mich, dass man mit mir zusammenarbeiten möchte.

Es zeigt mir, dass meine Botschaften bis zur Öffentlichkeit durchdringen und ich etwas bewirken kann. Während der Feiertage konnte ich etwas ausspannen und die Zeit nutzen, um mit meiner Familie und meinen Freunden zusammen zu sein. Nun bin ich bereit für das neue Jahr.
 

Sie haben im Frühjahr 2015 Ihre Schwester an den Krebs verloren. Wie haben Sie und Ihre Familie das erste Weihnachten ohne Ihre Schwester erlebt?

Gut. Es mag sich überraschend anhören, doch es ist wahr. Nach dem Tod meiner Schwester habe ich mich gefragt, wie ich gegen diese Krankheit, die Traurigkeit und vielleicht sogar gegen den Tod ankämpfen konnte. Ich denke mittlerweile, das Einzige, was ich tun kann, ist intensiv zu leben. Sobald ich an sie denke, bin ich glücklich. Für mich ist meine Schwester eine Kraft, die mich vorwärtsbringt.

Während der Feiertage haben meine Familie und ich selbstverständlich an sie gedacht und uns gesagt, dass wir einfach ein unglaubliches Glück haben, dass wir zusammen sein können.

Wie alt waren Sie, als Ihre Schwester die Diagnose Krebs erhalten hat?

Ich war 14.



Wie ging es weiter?

Sie ging zu einem Arzt, da sie starke Kopfschmerzen hatte. Nach einem MRI haben die Ärzte einen Hirntumor bei ihr entdeckt. Gleich nach der Diagnose wurde meine Schwester operiert, da der Tumor schon sehr gross war. Noch am selben Abend konnten die Ärzte das Gewebe untersuchen – der Tumor war bösartig und somit Krebs. Die ersten Jahre glaubten wir stark daran, dass meine Schwester wieder gesund werden könnte.

Doch nach mehreren Tumoren, die fast jährlich wieder wuchsen, wurde uns klar, dass es eine Grenze der Behandlungsmöglichkeiten gab. Um ehrlich zu sein, dauerte es bei mir Jahre, bis ich verstanden habe, wie schlimm diese Krankheit tatsächlich ist.

Welche Therapieformen wurden versucht?

Meine Schwester litt an einem Ependymom. Sie konnte von allen möglichen Therapiemöglichkeiten, die die moderne Medizin bietet, profitieren: von chirurgischen Eingriffen, Strahlen- sowie Chemotherapien und so weiter. Jede Etappe brachte ein Stückchen Hoffnung auf eine Genesung mit sich. Doch sie hatten auch ihre Schattenseiten. Indem ich meine Schwester bei allen Untersuchungen begleitete, verstand ich die Zwiespältigkeit der heutigen Krebsbehandlungen.

Sie müssen so intensiv sein, um alle bösen Zellen zu vernichten – dadurch werden jedoch auch gute Zellen getötet. Der Körper leidet. Die Krebsforschung schreitet zwar langsam, jedoch zum Glück jeden Tag voran. Es muss unbedingt so weitergehen, sodass wir die Krankheit vielleicht irgendwann besiegen können. 

Was hat Ihrer Schwester in dieser schweren Zeit geholfen?

Meine Familie ist vereint geblieben. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und niemand ist davongelaufen. Bis zu einem gewissen Punkt haben wir die Hoffnung einer Genesung behalten. Ich glaube, das hat meiner Schwester geholfen. Zudem war sie eine sehr kämpferische junge Frau, die sich an den kleinen Dingen im Leben erfreute – wie zum Beispiel ins Kino zu gehen.

Wie haben Sie sich nach dem Tod Ihrer Schwester als Familie gegenseitig unterstützt?

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Wir waren einfach füreinander da und haben zusammengehalten.