Greig hat den Krebs besiegt. Doch sein Kampf ist noch nicht vorbei. Die grösste Mutprobe seines Lebens steht ihm noch bevor.

Das Schlimmste scheint Greig hinter sich zu haben: die Operation, die Krebstherapie. Der junge Engländer fühlt sich wohler, der Krebs breitet sich nicht mehr aus. Doch dann folgt die wohl schlimmste Zeit seines Lebens. Greig erkrankt an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Er beginnt an seiner Genesung zu zweifeln und fürchtet sich schrecklich davor, dass der Krebs zurückkehren könnte. Mittels verschiedener Therapieformen versucht Greig verzweifelt, seine Ängste loszuwerden. Doch nichts hilft. Greig ist in einem hoffnungslosen Teufelskreis gefangen – die Furcht bestimmt sein Leben.

Greig bricht aus

Greig realisiert, dass er sein Schicksal selbst in die Hand nehmen muss, um etwas an seiner ausweglosen Situation zu ändern.

Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und geht einen Schritt, den er bis dahin nie gewagt hatte: Er bricht auf, um die Welt zu bereisen. Am Tag seiner Abreise hat Greig sehr gemischte Gefühle. Er ist aufgeregt, besorgt und ängstlich zugleich. Seine erste Reiseetappe ist Costa Rica, wo er drei Monate lang Freiwilligenarbeit leisten will.

Die Idee des Reiseblogs

Greig dokumentiert seine Abenteuer auf einem Reiseblog, den er «101 things to do when you survive» nennt. Die peruanische Ruinenstadt Machu Picchu, der Sandsteinmonolith Uluru in Australien und die grösste Salzpfanne der Erde, der Salar de Uyuni in Bolivien, sind nur einige Beispiele seiner atemberaubenden 101 Reiseerlebnisse.

Mit dem online gestellten Filmmaterial will er andere Krebspatienten inspirieren. Er will Personen, die Ähnliches durchleben mussten wie er selbst, Hoffnung und Mut für ihre Zukunft geben. Etwas, das er nicht hatte. Seine Message geht aber auch an alle gesunden Menschen: «Wartet nicht, bis ihr krank seid, um euer Leben zu verändern.»

Die Freiheit, entscheiden zu können

Lange Zeit hatte der Krebs Greigs Leben fest im Griff. Greig hatte keine Wahl und tat, was medizinisch getan werden musste, um zu überleben. Die Weltreise hingegen ist seine eigene Idee, seine erste freie Entscheidung seit Langem.

Um das Risiko eines eventuellen Krankheitsrückfalls macht sich Greig immer noch viele Gedanken und Sorgen. Seine Bewältigungsmechanismen sind jedoch besser geworden, wie er selbst sagt. Rückblickend fragt sich Greig, ob der Krebs sein Leben positiv verändert hat. Und er kommt zum Schluss, dass es nicht der Krebs war, sondern er selbst.

Greigs Überlebensgeschichte, erzählt von ihm selbst, gibt es auf: http://www.mysurvivalstory.org


Scott wird als junger Mann mit der Diagnose Hodenkrebs konfrontiert. Sein Arzt rät ihm, sein Sperma einzufrieren. 

Der junge Kalifornier Scott ist ein passionierter Surfer

Grosse Wellen bereiten ihm keine Angst. Der Gang zum Arzt dafür umso mehr. Denn Scott ahnt, dass mit seiner Gesundheit etwas nicht stimmt.

Mit 23 Jahren verspürt er eigenartige Schmerzen im Körper. Dass Krebs dahinterstecken könnte, ist für ihn zu diesem Zeitpunkt noch undenkbar. Sein stark geschwollener Hodensack lässt sich noch gut vor den Leuten verbergen.

als später auch Scotts Brüste sichtbar anschwellen, kann er sich nicht länger etwas vormachen. Er begreift, dass es höchste Zeit ist, sich untersuchen zu lassen. Scott hat Angst.

Seinen Arztbesuch bricht er vorzeitig ab: Noch bevor der Arzt überhaupt eine Diagnose stellen kann, verlässt der junge Mann fluchtartig die Praxis. Erst Monate später sucht Scott seinen Arzt nochmals auf. Die niederschmetternde Diagnose: Hodenkrebs im weit fortgeschrittenen Stadium.

Der unerwartete Vorschlag

Sein Arzt rät ihm dazu, seine Spermien einfrieren zu lassen. Scott fühlt sich wie im falschen Film.

Gerade eben wurde im mitgeteilt, dass er an Hodenkrebs erkrankt ist. Und nun soll er sich mit Zukunftsfragen rund um die Familienplanung befassen? Nach mehreren Gesprächen mit seinem Urologen entscheidet sich Scott dann doch dafür, eine Spermienprobe einfrieren und für ihn aufbewahren zu lassen.

Scott trifft Mandy

Viele Jahre später und nach überstandener Krankheit lernt Scott seine grosse Liebe Mandy kennen. Als sich die Beziehung festigt, kommt relativ bald auch das Thema Kinder auf. Scott will von Anfang an ehrlich kommunizieren und Mandy keine falschen Hoffnungen machen.

Er erzählt ihr vom Hodenkrebs und seinem Fruchtbarkeitsproblem. Mandy zweifelt keinen Moment an der Beziehung mit Scott. Sie steht zu ihm, trotz Kinderwunsch und unsicherer Ausgangslage.

Und plötzlich erinnert sich Scott an seine eingefrorenen Spermien auf der Samenbank. Nach 17 langen Jahren ist dies beinahe in Vergessenheit geraten. Mandy und Scott wollen es wagen: Sie versuchen, ihr Kind durch In-vitro-Fertilisation zu zeugen. Kann sich das Paar den grossen Wunsch nach einem gemeinsamen Kind erfüllen?

Scotts ganze Story gibt es auf http://www.mysurvivalstory.org als Video-Interview zu sehen.