Im November 2010 war es, als bei der heute 19-Jährigen die Diagnose Leukämie gestellt wurde. Sie litt unter einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL). «Dabei handelte es sich um eine plötzlich auftretende Form der Leukämie», blickt Séverine Jucker zurück. Bei dieser Erkrankung entarten Zellen, die normalerweise zu Lymphozyten heranwachsen, zu bösartigen Leukämiezellen.

Typisch für die ALL ist, dass sie meist im Kindesalter auftritt. Die ersten Anzeichen bei Séverine Jucker zeigten sich in einer hartnäckigen Erkältung. «Ich hatte Husten, eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen. Zudem fühlte ich mich über einen Zeitraum von mehreren Monaten immer sehr müde», erinnert sie sich.

Spürt wieder Kraft

Nach der Diagnose vor fünf Jahren folgte eine knapp achtmonatige Chemotherapie, die Séverine Jucker teils ambulant, teils stationär absolvieren musste, anschliessend eine Erhaltungstherapie mit der täglichen Einnahme von Chemotherapie-Tabletten und einer wöchentlichen Blutbildkontrolle bis im November 2012.

«Im ersten und zweiten Nachsorgejahr war ich alle drei Monate zur Kontrolle des Blutbildes im Kinderspital. Jetzt, im dritten Nachsorgejahr, noch alle sechs Monate», berichtet Séverine Jucker. Überraschend für sie kam kürzlich noch ein Aufgebot vom Kinderspital zu einem EKG und einem Herz-Ultraschall, das erste seit Ende der Therapie.

Osteonekrose

«Ich habe seit gut vier Jahren Osteonekrose, einen Infarkt im Knochen, der durch die Chemotherapie ausgelöst wurde», erklärt die 19-Jährige. Anfangs war sie für eineinhalb Jahre im Rollstuhl, vor knapp zwei Jahren wurde sie operiert und erhielt Hüftprothesen. Eigentlich gehe es ihr gut, sagt Séverine Jucker. Allerdings habe sie bei jeder kleinen Erkältung Angst vor einem Rückfall.

Sie hat unterdessen ein Studium in Politikwissenschaft begonnen. «Jetzt habe ich wieder eine spannende Beschäftigung», sagt sie. Kürzlich hat sie an einem Kongress von Kinderkrebs-Überlebenden teilgenommen. Sie spüre, dass sie wieder Kraft habe, sagt Séverine Jucker.