Was möchte die Gruppe «Childhood Cancer Survivors Switzerland» bewirken?

Die Gruppe besteht aus jungen Leuten, die in ihrer Kindheit oder Jugend an Krebs erkrankten, überlebten und aus der Therapie bereits entlassen sind.


Das Ziel ist es, dass sie sich austauschen können, aber auch als Vorbilder und Hoffnungsträger für andere krebserkrankte Kinder dienen.
 

Wie gelingt das?

Die Gruppe plant beispielsweise Spitalbesuche, um Kindern und Jugendlichen Kraft zu geben. Dabei werden sie durch die Kinderkrebshilfe und insbesondere durch die Projektstelle Kinderkrebs Survivors unterstützt.

Welche Themen stehen bei der Unterstützung von krebserkrankten Kindern und Kinderkrebs Survivors generell im Vordergrund?

Früher hat man sich vor allem auf die Heilung und das Überleben der Kinderkrebspatienten fokussiert. Heute sollten allerdings vermehrt Fragen der Lebensqualität nach einer Intensivtherapie im Mittelpunkt stehen.

Woran denken Sie da gezielt?

Meiner Meinung nach ist eine strukturierte interdisziplinäre Nachsorge essenziell, um die Lebensqualität zu steigern. Ich stehe in direktem Kontakt mit den Survivors und bin deshalb mit deren Bedürfnissen bestens vertraut.
 

Ziel ist, dass Survivors selbstbestimmt die Aufgaben lösen, die sich stellen. Ich versuche deshalb, sie zu unterstützen und die Anliegen zu koordinieren.
 

Welche Bedürfnisse bestehen bei Kinderkrebs Survivors?

Grundsätzlich ist die Mitgestaltung des Programms durch Betroffene die Basis aller Aktivitäten. So kann man sicherstellen, dass auch wirklich das geboten wird, was für Betroffene relevant ist.

Das Angebot reicht von Action- und Fun-Aktivitäten über Informationen zu spezifischen Themen bis hin zu Workshops oder Gesprächsrunden.  Alle Aktivitäten bieten die Möglichkeit, Neues auszuprobieren oder Themen anzusprechen, die im Alltag sonst zu kurz kommen.

Die Projektstelle läuft bis 2020 – was möchten Sie in dieser Zeit erreichen?

Im Moment geht es darum, das Interesse der Kinderkrebs Survivors an Themen wie Selbsthilfe, Nachsorge, Vernetzung oder auch Mentoring zu wecken. Wir müssen auch das Verständnis der Survivors für die Wichtigkeit ihrer Vertretung innerhalb des Dachverbandes stärken.

Gleichzeitig wollen wir mit unseren Aktivitäten den Survivors Mut machen, sich zu engagieren. Nur so schaffen wir Raum für neue Ideen und für neue Projekte.

  • Cancer Survivors: Rückkehr an den Arbeitsplatz

Cancer Survivor zu sein kann ganz unterschiedliche Dinge be­­deuten

Gerade für Personen im erwerbsfähigen Alter kann jedoch die Rückkehr an den Arbeitsplatz sehr wichtig sein. Zu arbeiten, kann für manche bereits während der langen und kräftezehrenden Therapien sinnstiftend sein.

Anders als im Spital sind Krebsbetroffene im Job nicht immer nur Patienten. Zudem bedeutet eine Arbeitsstelle, auch wenn vielleicht während der Therapie nur in reduziertem Umfang gearbeitet werden kann, doch auch ein Stück finanzielle Unabhängigkeit.

Krebs ist in der Schweiz die dritthäufigste Ursache für eine längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Mehr als 64000 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 69 erhielten in den letzten fünf Jahren eine Krebsdiagnose.

Die gute Nachricht: Bei den meisten Krebsarten ist die Sterblichkeit rückläufig. Nach dem Ende ihrer Therapie kehren viele Betroffene wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz gestaltet sich für viele Cancer Survivors allerdings nicht immer problemlos. Spätfolgen der Therapien können dazu führen, dass sie unter gesunkener Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwäche leiden und weniger stressresistent sind – die sogenannte Fatigue ist eine der häufigsten Nachwirkungen der Krebstherapie.

In manchen Fällen kann es da schwierig sein, ein Full­time-Pensum zu bewältigen. Studien zeigen, dass Krebsüberlebende im Vergleich zur gesunden Population ein deutlich höheres Risiko haben, arbeitslos zu werden. Zwei Drittel berichten über finanzielle Schwierigkeiten. Helfen kann da, wenn bereits während der Therapie mit dem Arbeitgeber eine Art Fahrplan für die Rückkehr in den Job erarbeitet wird.

Cancer Survivors finden Unterstützung bei der Krebsliga. Spezialisierte Fachpersonen bieten zudem auch für Vorgesetzte und HR-Fachleute Workshops an, in denen auf die speziellen Bedürfnisse von Krebsbetroffenen eingegangen wird.

Manchmal können aber schon kleine Sachen die Rückkehr erleichtern. Um der erkrankten Person zu zeigen, dass sie trotz­dem Teil des Teams ist, hilft es etwa, sie auch zum Apéro einzuladen oder ihr – falls gewünscht – das Protokoll der letzten Abteilungssitzung zuzuschicken.

Krebsliga