Pius Schärli, gelernter Schreiner, ist heute 43. Seit 13 Jahren engagiert sich der Vater von vier Kindern als Hausmann. Bei ihm wurde im Alter von 12 Jahren ein sogenanntes B-Non-Hodgkin-Lymphom mit mehreren Metastasen diagnostiziert. Die Behandlung und Therapie umfasste eine Operation für die Tumor- und Metastasen-Entfernung sowie 40 intensive Chemotherapien.

Zur Nachbehandlung musste sich Pius Schärli regelmässigen Kontrollen unterziehen. Bei der letzten Kontrolle eröffneten ihm die behandelnden Ärzte, dass er möglicherweise an einer Herzschwäche leide und wahrscheinlich nicht zeugungsfähig sei. «Was sich glücklicherweise nicht bewahrheitet hat. Meine vier Kinder wurden auf natürliche Weise gezeugt, trotz sehr schlechter Prognosen», freut sich Schärli.

Alles geht langsamer

Schärli musste in den letzten Jahren mehrere Operationen über sich ergehen lassen: Beide Innenmenisken mussten operiert werden, zudem war eine Operation zur Entfernung eines Adenoms in einer Ohrspeicheldrüse nötig. Seit Jahren hat Schärli nach wie vor Schmerzen in Nacken und Schultern. Seit einem Jahr ist der 43-Jährige wegen einer deformierten Halswirbelsäule sowie fortgeschrittener Degeneration der Bandscheiben in Behandlung.

Er leidet zudem unter einem Kraft- und Gefühlsverlust, der laut der behandelnden Neurologin eine Folge der Chemotherapie ist. «Ich bin heute nicht mehr so belastbar. Was Knie, Hüfte und Wirbelsäule betrifft, geht halt alles etwas langsamer», sagt Schärli. Auch leidet er unter Schlafstörungen. Und trotzdem: «Das Leben ist für mich schön und bereichernd. Ich versuche konsequent Unwichtiges von Wichtigem zu trennen.»

Mentor bei der Kinderkrebshilfe Schweiz

Aufgrund seiner Erfahrungen fordert Schärli eine starke Kinderkrebshilfe in der Schweiz und mehr berufsfreie Tage für Eltern, um ihre kranken Kinder betreuen zu können. «Als Mentor der Kinderkrebshilfe Schweiz hoffe ich, dass in allen Spitälern die jungen Patienten die Gelegenheit erhalten, sich mit überlebenden Kinderkrebspatienten auszutauschen, und so neue Hoffnung schöpfen können.»