Stephan Dommen ist heute 27 Jahre alt. Er litt unter einer Erkrankung des blutbildenden Systems. «Im Volksmund nennt man das Blutkrebs», sagt er. Die Ärzte sprechen von einer akuten Lymphatischen Leukämie.

Die ersten Anzeichen und Beschwerden manifestierten sich bei Dommen in Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule, einer ständigen Müdigkeit, blauen Flecken am Körper und plötzlichen Schmerzen im linken Bein und am Oberarm, die sich zunehmend verstärkten. «Zudem hatte ich häufig Infektionen», sagt Dommen. Die definitive Diagnose sei an einem Nachmittag im November 1997 gestellt worden, erinnert er sich.

Regelmässige Kontrollen

Es folgte eine sechsmonatige intensive Chemotherapie mit zahlreichen Aufenthalten im Spital. Anschliessend verordneten die behandelnden Ärzte eine Erhaltungstherapie, die gut eineinhalb Jahre dauerte. Stephan Dommen musste eine orale Chemotherapie absolvieren. Während der Erhaltungstherapie musste er wöchentlich zur Kontrolle ins Spital. Später verlängerten sich die Abstände: Zuerst erfolgte die Nachkontrolle alle 14 Tage, dann im Abstand von jeweils einem Monat, schliesslich betrugen die Intervalle sechs Wochen.

Bei Stephan Dommen wurde zusätzlich ein sogenannter Port unter die Haut eingepflanzt: eine kleine Kammer mit einem Katheter, der in eine herznahe Vene mündet. Mit einer Spezialnadel können die Ärzte über den Port Zytostatika geben, ohne jedes Mal neu nach einer geeigneten Vene suchen zu müssen. Nach der Port-Entfernung folgten die Kontrollen im Abstand von jeweils einem Jahr. Dann verlängerte sich das Intervall auf zwei Jahre.

Spätfolgen: Osteoporose

Stephan Dommen muss nach wie vor mit gewissen Einschränkungen leben: Er hat einen reduzierten Geruchs- und Geschmackssinn. Zudem sind Gelenkknorpel in der Hüfte beschädigt. Nach der Chemotherapie hat sich bei ihm eine Osteoporose entwickelt. Zusätzlich leidet er an einer Abnützung der Wirbelsäule. «Dank Physiotherapie, Muskelaufbau-Training und Sport kann ich aber den Alltag gut bewältigen», sagt Dommen.