Worum geht es bei der Früherkennung von Brustkrebs?

Es geht darum, dass man die gesunde Bevölkerung zwischen 50 und 70 bis 75 Jahren alle zwei Jahre mittels Mammographie untersucht. Die Mammographie hat die Nachteile, dass sie gelegentlich falschen Alarm schlägt, insbesondere bei Frauen unter 50 Jahren, oder eine Überdiagnose liefert, vor allem bei Frauen über 75 Jahren, die dann vermutlich aus anderen Gründen sterben.

Darum beschränkt sich Früherkennung mittels Mammographie auf Frauen zwischen 50 und 75 Jahren. Es ist eine kosteneffiziente Variante, die in der Schweiz pro Jahr rund hundert Frauen das Leben retten könnte, würde sie flächendeckend eingeführt. Eine Frau sollte ihre Brust regelmässig auch selbst abtasten, doch das ist nicht mit Mammographie vergleichbar.

Wenn sie bei sich selbst einen Knoten findet, dann ist der Brustkrebs oft schon fortgeschritten. Die Mammographie ist eine Vorsorge: Sie kann nicht nur ein gut behandelbares Frühstadium, sondern auch eine Vorstufe erkennen und so Brustkrebs verhindern.

Die Krankenkassen zahlen nicht in jedem Kanton organisierte Mammographie-Vorsorge…

In den welschen Kantone schon, weil es dort kantonale Mammographie-Vorsorge-Programme gibt. Aber zum Beispiel der Kanton Zürich und der Aargau hinken hinterher. Nicht nur, weil die Krankenkassen in diesen Kantonen die Vorsorge nicht zahlen - dies müssen sie nur in organisierten Programmen -, auch die Qualität ist nicht die gleiche.

In der Westschweiz entsprechen die Geräte EU-Normen und es müssen sich immer zwei Radiologen die Bilder ansehen. Des Weiteren ist im Kanton Zürich auch nicht vorgeschrieben, was nach einem Befund gemacht wird. Leider führt das oftmals zu vielen unnötigen Operationen, statt konservativ zu behandeln. Summiert kommt das letztlich teurer als ein Vorsorgeprogramm.

Gibt es auch Kritiker?
Ja, wegen des «falschen Alarms» und des Überdiagnose-Risikos. Ich bin aber sicher, dass jede Frau eine Überdiagnose in Kauf nimmt, wenn sie dafür einer anderen das Leben retten kann.