Die Schweiz hinkt bei der Darmkrebsvorsorge im internationalen Vergleich hinterher. Nur 30 Prozent der Bevölkerung über 50 lassen sich diesbezüglich checken.

Zudem sind die Darmkrebs-Screening-Programme von Kanton zu Kanton unterschiedlich gut ausgebaut.

Der Facharzt Christoph Beglinger betont die Wichtigkeit der Vorsorge. «In der Bevölkerung muss ein Umdenken stattfinden. Darmkrebsvorsorge sollte selbstverständlich sein.»

In der Schweiz entwickelt jeder Vierte nach dem 50. Lebensjahr adenomatöse Polypen.

Jedes Jahr wird bei rund 4000 Menschen Darmkrebs diagnostiziert, rund 1800 Betroffene sterben daran. «Bei rechtzeitiger Früherkennung ist in neun von zehn Fällen eine Heilung möglich. Die Früherkennung von Darmkrebs und adenomatösen Polypen kann also Leben retten», führt Beglinger aus.

Vielversprechender neuer Test

Es gibt mittlerweile drei Möglichkeiten der Vorsorge: den molekularen Bluttest, den Stuhltest und die Darmspiegelung.

Der molekulare Bluttest beruht auf einer körpereigenen Immunantwort, an der mehrere Gene beteiligt sind. In Kombination mit Tumorbiomarkern ermöglicht der Test eine Früherkennung von einem kolorektalen Karzinom.

Das Prinzip des Tests basiert auf der Sichtbarmachung einer entzündungsähnlichen Reaktion des Organismus.

Dabei genügt eine einfache Blutentnahme. Der neu entwickelte Bluttest stellt potenziell eine Alternative dar zu den Tests, die den Stuhl nach okkultem Blut untersuchen.

«Der neue Test hat alle Anzeichen eines wirksamen, praktischen Instruments für möglichen Darmkrebs bei Patienten, die für eine Kolonoskopie überwiesen werden sollten», erläutert Beglinger.

Er bezeichnet den Test als ein vielversprechendes Hilfsmittel in der Krebsvorsorge.

Stuhltest und Darmspiegelung

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, Darmkrebstumore und ihre Vorstufen mithilfe des chemischen Stuhltests aufzuspüren. «Der Nachweis von nicht sichtbarem Blut kann ein Indiz für präkanzeröse Polypen, eine Krebsvorstufe, oder Darmkrebs sein», so Beglinger.

Die dritte Möglichkeit ist die Darmspiegelung, die sich seit Jahren bewährt hat. Alle drei Vorsorgemöglichkeiten sind heute wirksame Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs.

Welche Option infrage kommt, entscheidet der Facharzt gemeinsam mit dem Patienten, der sich testen lassen möchte. «Dank der Darmkrebsvorsorge können wir viel menschliches Leid verhindern», fasst Beglinger zusammen. «Ich rate allen Frauen und Männern ab 50, die Darmkrebsvorsorge ernst zu nehmen und sich regelmässig testen zu lassen.»