Wichtig ist es, Hautkrebsformen frühzeitig zu erkennen. Das Spinaliom etwa kann sich im fortgeschrittenen Stadium über die Blutbahn oder Lymphgefässe ausbreiten und in Lymphknoten oder benachbarten Organen Metastasen bilden. «Die aktinische Keratose ist eine Frühform von Hautkrebs, bei der die Erkrankung auf die Oberhaut beschränkt ist», erläutert Facharzt Günther Hofbauer.

Wenn aktinische Keratosen in die Lederhaut vorwachsen, spricht man von einem Stachelzellkarzinom, Spinaliom oder Plattenepithelkarzinom. Das Spinaliom ist nach dem Basaliom die zweithäufigste Form von bösartigem Hautkrebs in der Schweiz. Das Heimtückische ist, dass ein Spinaliom im Gegensatz zum Basaliom Metastasen in anderen Organen bilden kann.

Kontrolle geht verloren

Hauptsymptome bei der aktinischen Keratose sind raue, leicht verdickte Hautstellen mit vermehrter Verhornung an Körperstellen, die oft der Sonne ausgesetzt sind. Zu diesen Zonen gehören unter anderen die Stirn, der Nasenrücken, die Unterlippe und die Kopfhaut, insbesondere bei Glatzenträgern. Das Spinaliom entsteht aus Zellen der Oberhaut. Sie wandern an die Hautoberfläche, bilden dort eine Hornschicht und werden als Schuppen abgestossen.

Bei Menschen mit heller, lichtempfindlicher Haut, die eine entsprechende genetische Veranlagung haben, kann die Kontrolle über die geordneten Reifungs- und Zellteilungsprogramme verloren gehen. Zu viel ultraviolettes Licht und wiederholte Sonnenbrände begünstigen diesen Kontrollverlust. Speziell gefährdet sind auch Patienten, die zur Schwächung des Immunsystems langfristig Medikamente einnehmen müssen, wie beispielsweise Organtransplantatempfänger.

Selbst abtasten

Wichtig ist, diese Hautkrebsformen im frühen Stadium zu erkennen. «Alle Personen, die über viele Jahre im Beruf oder in der Freizeit intensiv der Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko», warnt Hofbauer. Besonders gefährdet sind sonnenempfindliche Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren sowie blauen, grünen oder grauen Augen sowie Patienten, deren Abwehrsystem aufgrund von Krankheiten oder einer medikamentösen Behandlung geschwächt ist.

Insbesondere für gefährdete Personen mit hellem Hauttyp oder für Menschen, die sich berufsbedingt viel der Sonne aussetzen, empfiehlt es sich, die Haut regelmässig selber nach aktinischen Keratosen oder Spinaliomen zu untersuchen. Wichtig ist auch, die Kopfhaut, die Rückseite der Ohren und des Nackens zu untersuchen. «Aktinische Keratosen können gut ertastet werden, deshalb sollte man diese ‹Sonnenterrassen› der Haut von Zeit zu Zeit mit den Fingerspitzen abtasten», rät Günther Hofbauer.

Verschiedene Behandlungsoptionen

Wenn der Arzt eine aktinische Keratose oder ein Spinaliom vermutet, wird eine Gewebsprobe entnommen, die mikroskopisch untersucht wird. Ist der Befund positiv, muss die aktinische Keratose oder das Stachelzellkarzinom vollständig entfernt werden. Bei der Behandlung stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, je nach Art, Grösse, Tiefe und Lokalisation des betroffenen Gewebes sowie nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten. Fast immer kann eine ambulante Behandlung vorgenommen werden. Aktinische Keratosen können durch eine ganze Reihe von Behandlungsverfahren meist weitgehend narbenfrei entfernt werden.

Beim Stachelzellkarzinom ist die am häufigsten eingesetzte Behandlungsmethode die vollständige operative Entfernung des Tumors. Bei Tumoren an Körperstellen, die schwierig zu operieren sind, wird oft ein zweiteiliges Vorgehen gewählt: In einer ersten Sitzung entfernt man den Tumor operativ, anschliessend deckt der Arzt die entstandene Wunde mit einem provisorischen Hautersatz zu. Erst nach einigen Tagen, wenn die Untersuchung des entnommenen Gewebes gezeigt hat, dass keine Tumorreste verblieben sind, wird die Wunde definitiv verschlossen.

Gegen Sonne schützen

Wenn Krebsvorstufen wie die aktinische Keratose diagnostiziert oder bereits Hautkrebs entfernt worden ist, besteht das Risiko, dass der Befund am selben Ort oder an einer anderen Stelle wieder auftritt. «Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur die behandelte Stelle, sondern die ganze Hautoberfläche regelmässig vom Haus- oder Hautarzt untersucht wird», betont Hofbauer.

Es gibt drei wichtige Regeln, um sich vor den UV-Strahlen der Sonne zu schützen: Zwischen elf und fünfzehn Uhr Schatten suchen, die Haut mit dichter Kleidung schützen und Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden.