Entstehung von GIST

GIST-Tumore sind erstaunlich gut erforscht. Die wichtigste Ursache für das Fortschreiten der Erkrankung ist bekannt. Ein defekter Rezeptor, eine Art fehlerhafter Signalgeber, ist meist für das Tumorwachstum verantwortlich.

Heutzutage kann dieser Rezeptor mit Medikamenten ausgeschaltet werden, die zielgerichtet sogenannte Tyrosinkinasen und andere Kinasen hemmen, die man sich wie kleinste Schalthebel in der Zelle vorstellen kann. Imatinib und Sunitinib heissen die beiden am häufigsten verwendeten Medikamente.

GIST ist nicht Magenkrebs oder Darmkrebs

GIST können an den gleichen Stellen auftreten wie zum Beispiel Magenkrebs oder Darmkrebs und auch ähnliche Beschwerden machen, ihre Herkunft und Behandlung sind aber völlig verschieden. Die Art der Behandlung richtet sich nach der Grösse des Tumors, seiner Lage und nach den feingeweblichen Merkmalen des Tumors.

Die Behandlung unterscheidet sich erheblich, je nachdem ob andere Organe befallen sind, oder nicht. Grösse des Tumors und den Befall anderer Organe kann man gut mit der Computertomographie beurteilen. Nur gelegentlich benötigt man noch eine Kernspintomographie oder eine PET.

Chirurgische Entfernung

Kleine GIST Tumore können durch die komplette chirurgische Entfernung geheilt werden und bedürfen häufig keiner weiteren Therapie, aber der Nachsorge durch einen erfahrenen Arzt. Jeder entfernte GIST wird feingeweblich und molekulargenetisch untersucht. Finden sich bei einem grösseren Tumor Merkmale, die ein hohes Rückfallrisiko anzeigen, dann sollten diese Patienten unbedingt eine Nachbehandlung mit Imatinib erhalten. Damit gelingt es, Rückfälle zu verhindern und das Ergebnis zu verbessern.

Behandlung mit Medikamenten

Ob grössere GIST oder der Befall anderer Organe die chirurgische Entfernung des Tumors verhindern, sollte immer von einem erfahrenen Team beurteilt werden. Eine Inoperabilität kann vorliegen, wenn der Tumor die Leber und das Bauchfell befallen oder eine bestimmte Grösse überschritten hat. Patienten mit einem solchen, fortgeschrittenen GIST werden mit Medikamenten behandelt. Manchmal bildet sich hierunter der Tumor so gut zurück, dass eine Operation doch noch gelingt.

Behandlung revolutioniert

Als Imatinib vor mehr als 10 Jahren das erste Mal erfolgreich eingesetzt wurde, kamen die Ergebnisse einer mittleren Revolution gleich. Eine unheilbare Erkrankung wurde mit einer sehr gut verträglichen Therapie zum Verschwinden gebracht.

Fortschreiten der Erkrankung

Leider haben wir mittlerweile gelernt, dass die Erkrankung durch Medikamente zwar gut kontrolliert, aber nicht geheilt werden kann. Trotz regelmässiger Medikamenteneinnahme wächst der Tumor nach längerer Zeit bei vielen Patienten weiter. Dann sollte zunächst die Medikamentendosis erhöht und schliesslich die Behandlung gewechselt werden.

Nach Imatinib kommt dann Sunitinib zum Einsatz und bringt den Tumor in vielen Fällen erneut zum Stillstand. Leider kommt es auch hier meist früher oder später zu einem Fortschreiten des Tumors. In dieser Situation kann Regorafenib das geeignete Medikament sein, wie aktuelle Kongressdaten gezeigt haben.

Forschung

Weltweit suchen mehrere Gruppen nach neuen Behandlungsmöglichkeiten, so auch die Schweizer Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung, die dieses Jahr eine

GIST-Studie erfolgreich zu Ende geführt hat.

Information der Patienten

Heute wird es immer wichtiger, dass der Patient gut informiert ist und aktiv an seiner Behandlung teilnimmt. Patienten, aber auch Ärzte, können Information über diese seltene Erkrankung unter anderem bei der GIST Gruppe Schweiz erhalten.